Ja, auch mir ist es passiert. Naja, ich kaufe viel und wohl auch viel zu oft im Internet. Stoff, Spielzeug, Kleidung… Da es meist günstiger ist, kann man hier ordentlich sparen.

So nutze ich viel Amazon. Was bisher kaum bis gar keine Probleme mit sich brachte. Und eben auch ebay.

Und da geriet ich nun ins Fettnäpfchen

Das Ganze begann bereits im Oktober!

Damals war ich auf der Suche nach einem Geschenk für Mann und Sohn. Es sollte beiden Spaß machen. Da kam für mich nur Lego Technic in Frage. Da das einen ordentlichen Preis hat, suchte ich im Internet nach den günstigten Angeboten. So landete ich – wie konnte es anders sein? – bei ebay.

Leider gibt es da viel zu oft Kriminelle. Ob ich an einen solchen geriet wage ich zu bezweifeln. Auch wenn ganz schön hinterhältig, verlogen und nervenaufreibend war.

Ich entdeckte also im Oktober das ideale Lego-Set für meine Männer. Knapp 170€ inkl. Versand. Eine Stange Geld. Aber immer noch billiger als im Lego-Store. Da kostete es 220€.

Wer billig kauft, zahlt zwei Mal!

Wie wahr! Verdammt wahr!

Die Bedingungen des Verkäufers fand ich etwas merkwürdig. Aber es kam mir damals ganz gelegen, dass die Kiste nicht schon im Oktober in meinem Schrank versteckt liegt. Meine Männer hätten sie ja finden können.

Wie die Bedingungen waren?

Der Verkäufer hatte das Set 3 Mal „vorrätig“. Es würde aus einer Geschäftsauflösung stammen. Zahlbar innerhalb von 7 Tagen. Per Überweisung. Versand könne jedoch erst Ende November, spätestens Anfang Dezember erfolgen.

Mit einem leicht mulmigen Gefühl schloss ich den Kauf ab und löste sofort die Überweisung per Onlinebanking aus. In meinen Kalender kam eine Notiz für Ende November, ob denn das Paket eingetroffen sei.

Anfang Dezember kam

Das Paket aber immer noch nicht. Also schrieb ich den Verkäufer an. Und bekam keine Antwort.

In meiner zweiten Nachricht wies ich ihn darauf hin, dass er sich doch bitte melden möge. Immerhin hätte die Lieferung längst erfolgen müssen.

Seine Antwort:

„Guten Abend,ich habe ihnen eine Nachricht am 02.12. gesendet.
Der Versand wird sich etwas verzögern da unser Lieferant den Termin nicht einhalten konnte und die Ware noch nicht angekommen ist.
Ich hatte geschrieben das wenn sie damit nicht einverstanden sind,sie den Kaufpreis zurück erstattet bekommen.Ich werde bis Ende dieser Woche erfahren wann der neue Liefertermin sein wird.Diese Umstände liegen nicht in meinem Interesse und ich hoffe das sie nächste Woche Ihre Ware erhalten werden.
MfG“

Mein Fehler in der Situation: Ich war zu gutgläubig und bestand nicht sofort auf eine Rückzahlung des Betrages. Ich hoffte einfach, dass es noch klappen könne.

Man war ich blöd!!!

Also wartete ich bis Ende dieser Woche

Und bekam wieder keine Nachricht von ihm. Ich schrieb ihn wieder an. Fast eine Woche nach seiner letzten Nachricht und ca. 10 Tage vor Weihnachten kam diese Nachricht:

„Guten Tag,
ich habe einen Liefertermin für Donnerstag bekommen,somit könnte ich Fr/Sa versenden.Ich traue mich schon gar nicht mehr einen Tag zu nennen bei dem hin und her.
MfG“

Natürlich war die Ware am Donnerstag nicht bei ihm und ich erspare es euch die weitere Kommunikation hier reinzukopieren.

Nur so viel: Ich brach den Kauf am Montag vor Weihnachten ab und verlangte eine sofortige Rückzahlung des Kaufpreises. Das verzögerte er, indem er mich bat einen Fall zu eröffnen. Machte ich sofort und schrieb ihn ab da nahezu täglich an.

Am Donnerstag vor Weihnachten teilte er mir mit, dass er die Rückzahlung am Mittwoch Nachmittag getätigt hätte.

Weihnachten kam, kein Lego, kein Geld

Das Geld war bis Heiligabend nicht auf meinem Konto eingegangen. Und er reagierte auch auf keine Nachricht meinerseits.

Zwischen Weihnachten und Neujahr kam dann doch mal eine Reaktion. Er wüsste nicht was schief gegangen wäre. Da er derzeit im Urlaub wäre könne er nicht prüfen was da falschlief.

Ich in meiner Naivität glaubte ihm auch dieses Mal!

Nach Neujahr meldete er sich dann wieder. Natürlich erst nachdem ich ihn erneut kontaktierte und erstmals mit rechtlichen Schritten drohte.

Er teilte mir mit, dass er einen Zahlendreher bei der Überweisung hatte und daher keine Zahlung erfolgte.

Ich glaubte ihm zuerst. Als ich dann aber mal mit meinen Kollegen drüber sprach, ging mir ein Licht auf.

Leute! Wenn euch jemand sagt, dass er bei einer IBAN einen Zahlendreher hatte und die Bank die Überweisung zuerst annahm, dann glaubt dem Schweinehund kein Wort!

Bei einer IBAN ist ein Zahlendreher ohne Sicherheitshinweis durch die Bank nicht möglich!

Spätestens jetzt wendete ich mich erstmals an ebay

Ich beantragte den Käuferschutz. Einen Fall hatte ich ja bereits geöffnet.

Der wurde leider aufgrund der Zahlungsmethode (Überweisung) durch ebay abgelehnt. Dafür war mein Anliegen nun bekannt.

Ich schrieb den Verkäufer mehrfach an!

Er vertröstete mich mehrmals. Bereits zum zweiten Mal hätte er die Überweisung getätigt. Es kam natürlich kein Geld auf meinem Konto an.

Ein erneutes Androhen rechtlicher Schritte führte dazu, dass er mir versicherte die Zahlung kommende Woche auszuführen.

MOMENT MAL!!!

Hatte er nicht vorher noch gesagt, dass er bereits überwiesen hätte? Ich fühlte mich zurecht verarscht.

Also sammelte ich nun alle Mails und Daten zusammen. Nun stellte sich mir die Frage. Softe Variante? Oder Hart durchgreifen?

Die softe Variante: Mahnbescheid per Amtsgericht.

Dauert länger. Kann abgeschmettert werden. Würde aber zumindest etwas Ärger verursachen.

Ich gebe es zu. Ich wollte ihm nun wirklich eine reinwürgen. So richtig, richtig ordentlich. Damit er lange etwas davon hat.

Die harte Variante: Anzeige bei der örtlichen Polizei.

Geht schnell. Kann ich auch bei unserer Polizei vornehmen. Und kann echt gemein sein.

Leider, leider bin ich viel zu nett. Und auch zu faul 😀 Ich versuchte es noch mal auf die nette Weise.

Wie es noch ein gutes Ende fand

Ich schrieb den Verkäufer nochmals an, dass er sofort die Überweisung vornehmen solle, sonst würde ich Anzeige erstatten. Übrigens meine 6. Mahnung und das dritte Mal, dass ich ihm rechtliche Schritte androhte.

Er bekam Panik und bat um Geduld.

Die normale Banklaufzeit beträgt 3 Tage. Als da das Geld nicht kam, kontaktierte ich den Support von ebay.

Ich telefonierte mit einem sehr netten, jungen Mann. Er könne mir leider nicht helfen. Das einzige was er mir anbieten konnte war, den Verkäufer noch mal ganz freundlich darauf hinzuweisen, dass er doch bitte seinen Verpflichtungen nachkommen solle. Ich dankte ihm und meinte, dass wenn das nicht klappt, ich zur Polizei gehen würde und Anzeige erstatte.

Ich weiß leider nicht, ob der Supportmitarbeiter auch das übermittelt hat, aber das Geld traf zwei Tage später auf meinem Konto ein.

Ich musste also doch keine Anzeige erstatten.

Was ich euch abschließend empfehle

Lasst es euch nicht gefallen abgezockt zu werden!

1. Achtet immer auf die Artikelbeschreibungen! Lange Laufzeit und Zahlung per Überweisung? Werdet stutzig!

2. Macht dem Verkäufer ab dem ersten Tag des Verzugs Stress! Er ist in der Pflicht! Ihr habt euren Anteil bereits geleistet!

3. Nach zwei maligem Abmahnen seid ihr berechtigt weitere Schritte einzuleiten.

4. Wendet euch spätestens jetzt an ebay!

5. Das Amtsgericht ist eine gute Möglichkeit für einen erste rechtliche Maßnahme! Ihr habt keine Adresse? Schaut genau hin! Meist steht der vollständige Name irgendwo in der Abwicklung. Damit findet ihr immer den Gegenpart. Es lebe das World Wide Web 😉

6. Eine Anzeige kostet vor allem Überwindung. Aber sie macht dem Verkäufer ordentlich Stress!

Mir hat bei all dem ein Beitrag von Netzwelt ungemein weitergeholfen. Und ich lege euch diesen wirklich nahe.

Ebay: Abgezockt? So schlagen Sie zurück?

Seid mutig und lasst euch soetwas nicht gefallen! Und vor allem: Lernt aus meinen Fehlern!