Cover, Titel und Plot versprachen eine interessante Mischung. Also musste Be my Girl auch zu mir nach Hause. Immerhin mag ich Thriller und den Nervenkitzel darin. Die Spannung, den Wahn das Buch nicht mehr aus der Hand legen zu wollen…

Doch dann holte ich mir Be my Girl ins Haus.

Be my Girl von Nina Sadowsky

Ellie und Rob erscheinen wie das perfekte Paar. Bis über beide Ohren verliebt, im Job erfolgreich und das Sahnehäubchen: Beide gutaussehend.

Doch nur Augenblicke nach dem Ja-Wort liegt Ellies Welt in Scherben. Ist Rob wirklich der Mann für den sie ihn hält? Ellie wird damit konfrontiert und gerät in einen Strudel aus Lügen, Verrat und einer gehörigen Menge Gefahr.

Wer ist Rob? Ist Ellie bereit alles für ihn zu tun? Und wie weit würde sie für ihn gehen?

Noch mehr Spannung: Auch Ellie ist kein unbeschriebenes Blatt und verbirgt vor Rob ein düsteres Geheimnis.

Meine Meinung zu Be my Girl

Ich hatte mir bei dem Plot und den ersten Seiten mit dem Epilog deutlich mehr versprochen. Es begann so genial, so ungewohnt und spritzig.

Kennt ihr die alten Filme oder Serien mit Detektiven? Da erzählt ein neutraler Beobachter. Er lässt ab und an Fragen einfließen, die neue Details mit sich bringen, etwas über den Charakter oder das Umfeld verraten. Warum macht sie das? Warum sitzt sie so da? Sowas in der Art. Das sprach mich an!

Doch leider änderte sich der Stil sehr schnell. Es fing nicht mit der Hochzeit an. Könnte man ja erwarten, war aber nicht so. Es begann mit dem Mord, den Ellie begangen hat, um Rob zu retten. Erst dann wird man langsam zu diesem Handlungsstrang hingeführt bzw. Nebenbei weiter in der Geschichte gerissen. Dabei wechselt man von Kapitel zu Kapitel zwischen Personen, unterschiedlichen Handlungssträngen und Zeiten.  So taucht man mal in das Wesen von Ellie, mal in das von Rob, dann von Lucien dem Polizisten, der Mord und Kindesentführung gleichzeitig aufklären sollte und Mike (ich glaube das war der Name, bin mir aber gerade leider nicht mehr sicher) ein. Sehr viele Charaktere und doch irgendwie einander sehr ähnlich.

Doch dieses ständige hin und her stört den Lesefluss massiv. Reißt einen aus dem aktuellen Handlungsstrang heraus, lässt einen irgendein Detail aus der Vergangenheit erfahren, wo man so gar keine Ahnung hat was zum Teufel das mit dem Jetzt zu tun hat oder warum man gerade jetzt über die Eheprobleme von Lucien lesen muss.

Ich war schnell genervt, versucht immer wieder von neuem das Buch zu lesen und legte es letztendlich nach etwas mehr als der Hälfte aus der Hand.

Das Ende kenne ich nun nicht. Ich weiß leider auch nicht, ob meine Vermutung zu der düsteren Vergangenheit von Ellie stimmt oder das was bisher zu lesen war, schon das so schlimme gewesen sein soll, was sie angestellt hat.

Vielleicht, aber wirklich nur vielleicht, nehme ich das Buch irgendwann mal wieder zur Hand, wenn ich Lust drauf habe. Im Moment möchte ich nicht mal daran denken. Denn der Psychotriller wird vielmehr mit dem Leser betrieben, der von A nach B über M und L gerissen wird. Sehr schade, denn an sich ist der Schreibstil angenehm. Nur wäre das Buch weitaus besser zu lesen, wenn man nicht von Kapitel zu Kapitel überlegen muss wo und bei wem man denn jetzt schon wieder gelandet ist.

Über Nina Sadowsky

Nina Sadowsky ist in Los Angeles kein unbeschriebenes Blatt. Sie hat bereits zahlreiche Drehbücher geschrieben und war so einigen Filmproduktionen beteiligt. Ihre Erfahrung mit den Drehbüchern spürt man bei ihrem Thrillerdebüt Be my Girl. Nachdem sie einige Jahre Vorsitzende einer Produktionsfirma war, hat sie sich in eine neue Richtung weiterentwickelt und unterrichtet heute Skriptentwicklung und Filmproduktion.