Irgendwie habe ich nun tatsächlich ein gewisses Gefühl von Normalität zurück. Mal ausgenommen, dass man beim Shoppen immer eine Maske dabei und auch auf haben sollte. Doch ansonsten sieht man immer mehr Menschenansammlungen und …ja… irgendwie sieht alles wie sonst aus.

Auch in der Schule hat sich nun etwas getan. Das klärende Gespräch unserer Elternsprecherin scheint von Erfolg gekrönt zu sein. So waren die Feuerbohnensamen nun nicht mehr dringend erforderlich. Wurden aber bis Freitag auch von keinem Kind mitgebracht. Also haben wir uns erbarmt, uns im Baumarkt dämlich gesucht und nun eine ganze Packung Prunkbohnen der Klasse spendiert. Scheinbar kann man Feuerbohnen auch als Prunkbohnen bezeichnen. Wieder was gelernt!

Und ja, auch heute hatte sonst keiner diese Bohnen dabei. Mein Sohn war der einzige. Da fehlen mir irgendwie die Worte.

Bis Donnerstag sollen die Kinder ein Gurkenglas und auch Schwammtücher mitbringen. Letzteres hasse ich wie die Pest. Mein Sohn sollte die ganze – neu gekaufte – Packung mitnehmen und eben den Rest an andere Verteilen. Da ja Jenga und Bohnen schon so gut liefen, haben auf diese Weise zumindest 5 Kinder Schwammtücher.

Irgendwie enttäuscht mich das Engagement der anderen Eltern. Aber vielleicht mausere ich mich eben doch langsam als Helikoptermama.

Übrigens kam auch die Beschwerde meines Sohnes zum Stundenplan an. Dieser fehlt einfach. Anscheinend hängt die Lehrerin jeden Morgen einen an die Tafel der für den jeweiligen Tag gilt. Jedoch wird sich eben nicht an die gewöhnlichen Zeiten mit 45 Minuten gehalten. Was aber teilweise an dem streng geregelten Plan der Pausenzeiten für die gesamte Schule liegt. Nichtsdestotrotz ist es für die Kinder schwierig erst morgens das Tagesprogramm zu erfahren. Besser wäre es wohl, dass der Plan am Tag zuvor bereits ersichtlich ist. Aber ich will die letzten vier Wochen nicht mehr zu viel erwarten.

Die Fächer Werken und Musik kommen im Moment zu kurz, weil die Lehrerin versucht, so viel Stoff des Jahres wie möglich durch zu ziehen. Was aber auch bedeutet, dass weiterhin Tests und Klassenarbeiten geschrieben werden. Sie macht es wohl erst, wenn sie das Gefühl hat, dass der Stoff sitzt. Da es noch immer mitunter bis zu 3 Noten pro Woche sind, stresst es die Kinder einfach weiterhin.

Für die nächsten 4 Wochen heißt es einfach: Augen zu und durch. Dann gibt es 6 Wochen Pause. Hoffentlich!

Das hat das Kind zu erzählen:

Hallo,

die Schule war gut. Nur leider ganz schön stressig. Weil es nur eine Stunde Mathe und dann drei Stunden Deutsch gab. Dabei mag ich Deutsch gar nicht.

Als ich nach Hause gekommen bin, habe ich auf Mama gewartet. Ich wollte Zwergenkäse essen.

Danach hatte ich noch Fußballtraining. Das war heute ebenfalls ganz schön schwierig. Weil sich die anderen nicht an die Regeln hielten und das zu Stress für alle führte. Die haben eben alle was anderes gemacht. Nur nicht das was sie sollten.

Ich geh jetzt ins Bett.

Gute Nacht,

euer Raph

#Coronatagebuch - Tag 91

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Teilzeit-Alleinerziehend, Teilzeit-arbeitend, manchmal überfordert, Mama eines zuckersüßen Buben, Soldatenfrau, ein wenig verrückt und mit ganz viel Herz ausgestattet.

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