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Aus dem Leben

Der Moment als ich an meiner Ehe zweifelte

Es begann eigentlich sehr unschuldig. In der 16. Runde der 1000 Fragen war eine eigentlich recht harmlose Frage dabei. Diese stellte ich spontan meinem Mann, der neben mir saß, und war extrem erstaunt über seine Antwort.

Worin bist du ein Naturtalent?

Ist doch gar nicht so schlimm. Oder? In irgendwas muss man doch gut sein. Ich neige ja dazu immer mal meinem Mann eine der 1000 Fragen zu stellen und dann auch seine Antwort zu verwenden.

Doch hier fiel ihm tatsächlich im ersten Moment nur negatives ein. Ich wäre unordentlich, bringe Projekte ungern zuende und würde ihn nur all zu gern hinter mir herräumen lassen.

War das sein ernst?

Ich war geschockt und das hielt noch an.

Stunden später noch immer keine positive Eigenschaft

Ich fragte meinen Mann im laufe des Tages ab und an mal, ob ihm denn nun was eingefallen wäre.

NEIN!

Innerhalb von 10 Stunden ist ihm nicht eine positive Eigenschaft eingefallen. Gar nichts! Ich wies ihn darauf hin, dass das peinlich und armselig ist. Auf welcher Grundlage sind wir denn nun schon 13 Jahre ein Paar – seit fast 8 Jahren verheiratet?

Und wisst ihr was?

Er meinte, dass er sich mit mir ins gemachte Nest setzt.

Ernsthaft?

“Fällt dir denn sofort was positives an mir ein?“

Japp, die Frage stellte mir mein Mann dann auch. Und ja, mir fallen sofort so einige Dinge ein. Er ist kreativ. Stellt man ihm ein Problem, findet er die Lösung. Er ist hilfsbereit und springt bei Bedarf immer als erstes. Er weiß was er will und wenn er es nicht weiß, dann lässt er anderen den Freiraum es zu entscheiden. Er lässt alles stehen und liegen, wenn sein Sohn mit ihm spielen will.

Mir würde noch viel mehr einfallen. Aber lassen wir es an der Stelle.

Erst mit Vorlage kam die Erkenntnis

Als ich ihn als kreativ bezeichnete, stellte er natürlich sofort fest, dass auch ich kreativ bin. Er repariert nur, ich erschaffe dagegen neues. Ich nähe viel und gut. Sehe gut aus (seine Meinung). Ich entwickle neue Projekte und lasse ihn diese umsetzen. Ich ertrage ihn wie er ist.

Aber so richtig überzeugen konnte er mich damit nicht.

Er brauchte erst eine Vorlage, um überhaupt etwas positives an mir zu erkennen. Was ist das bitte für eine Grundlage für unsere Ehe? Das lässt mich tatsächlich zweifeln und setzt so einen Keim, dass man sich fragt, ob man wirklich bis ans Lebensende zusammenbleibt.

Das werde ich nun ändern

Nein, ich werde mich nicht scheiden lassen, nur weil mein Mann so blind ist, nicht zu erkennen was er an mir hat. Ja, er sitzt im gemachten Nest. Immerhin halte ich ihm stets den Rücken frei. Kümmere mich um die Planung von Feierlichkeiten und Urlaub. Übernehme die organisatorischen Punkte in der Erziehung unseres Sohnes. Er kann sich eigentlich voll und ganz auf seine Arbeit und seine Hobbys konzentrieren und wird von mir nur am Wochenende mal aus seinem Trott gerissen, um Zeit mit uns zu verbringen oder was für mich zu erledigen (wie Räder wechseln).

Mein Mann hat also eine Menge Freiraum. Aber auch den werde ich ihm nicht nehmen.

Mein Plan sieht viel mehr vor ihm klar zu machen was er an mir hat und uns als Paar ausmacht. Als einen ersten Schritt habe ich ein Buch gekauft, dass ich bei der Leipziger Buchmesse entdeckt habe und schon damals dachte, dass wir das unbedingt ausprobieren sollten. Das stelle ich euch aber an anderer Stelle gern noch mal vor.

Nun frage ich aber euch

Was sagt ihr dazu, wie mein Mann mich hier für voll nimmt? Und wie kann ich ihm einfach klar machen, dass er hier nicht nur in ein Fettnäpfchen getreten ist, sondern auch unsere Ehe auf eine Probe stellt? Stellt er damit überhaupt unsere Ehe auf eine Probe?

Tags:
Anne

Teilzeit-Alleinerziehend, aktuell leidenschaftliche Hausfrau und Schülerin, manchmal überfordert, Mama eines zuckersüßen Buben, Soldatenfrau, ein wenig verrückt und mit ganz viel Herz ausgestattet.

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