Das ist wirklich ein wunder Punkt. Eben ein heikles Thema bei uns daheim. Insbesondere, weil es immer und immer und immer wieder aufkommt. Nicht mal von uns selbst, sondern durch unser Umfeld.

Fragen wie „Ziehst du deinem Mann hinterher?“, „Warum zieht ihr nicht mit um?“ oder „Zieht deine Frau denn nicht mit um?“ kommen ständig auf, sobald es um die Arbeit meines Mannes geht.

Was mir daran so sauer aufstößt?

Was ist mit mir? Was mit unserem Sohn? Warum soll ich alle 2 Jahre alle Brücken abbrechen und wieder an einen neuen Ort umziehen?

Ja, so sieht die Laufbahn meines Mannes aus. Er nimmt alle 2 Jahre eine neue Position in einer neuen Kaserne an. So geht es bei ihm von Hamburg nach Roding nach Erfurt nach Aachen usw. Nicht mal im ungefähren Umkreis zur letzten Stelle wird geblieben.

Und dann ist er selten die gesamte Zeit am selben Ort. Lehrgänge erfordern es, dass er innerhalb dieser Zeit auch mal 3 bis 4 Monate wieder woanders ist. Wir hätten also nicht viel von ihm in dieser Zeit. Schon allein, weil er auch gern von früh bis spät arbeitet.

Und wir? Ich könnte keinen Job ausüben. Denn kaum wäre ich eingearbeitet, müsste ich mich schon wieder umorientieren. Das Kind? Das hätte sich gerade einen neuen Freundeskreis aufgebaut, wieder Fuß gefasst und schon müsste er sich an eine neue Schule gewöhnen. Dabei habe ich so schon ein sensibles Kind, dass nur schwer anklang findet. Da würde es ein ständiges umziehen nicht leichter machen.

Und wenn ich dann noch an den Verwaltungsaufwand denke… da wird mir ganz anders. Ummelden, neue Ausweise, neue Unterlagen, neue Versicherungen, neue Wohnung. Kaum wäre die letzte Kiste ausgepackt, müsste man schon wieder mit dem Packen beginnen.

Nein!

Das möchte ich nicht! Das wünsche ich mir nicht für unseren Sohn! Und auch mein Mann darf seine Freiheiten gern weiter genießen.

Es fällt mir tatsächlich schwer Verständnis aufzubringen

Für jene Frauen, die sich all dem stellen und ihren Männern bei jedem Standortwechsel folgen. Mit Sack & Pack sowie Kindern.

Ich frage mich, ob diese Frauen arbeiten gehen? Und wie die Kinder mit der Situation klar kommen? Ob sie mit dieser Situation glücklich sind?

Wir sind glücklich mit unserer Situation… mehr oder weniger

Dass ich den Familienmittelpunkt wähle, war bereits zu Beginn unserer Beziehung klar. Wir waren uns von Anfang an einig, dass wir kein ständiges Umziehen wollen. Dass wir einen festen Wohnsitz besser finden, mein Mann sich unter der Woche auf seine Arbeit konzentriert und ich in der Zeit alles manage.

Klar ist auch das hart und bringt mich gern mal an meine Grenzen. Und ja, ich würde mir nur all zu oft mehr Unterstützung durch meinen Mann wünschen. Doch würde sich daran kaum etwas ändern, wenn er vor Ort wäre. Denn dafür ist er einfach zu stark in seiner Arbeit verwurzelt.

Wenn wir meinen Mann brauchen, können wir ihn jederzeit anrufen, jederzeit schreiben. Wir lassen ihn durch Bilder und Videos an unserem Alltag teilhaben. Und ist er mal zu Hause, steht er mir offen gesagt gern mal im Weg. Wir haben eben unsere Routine und brauchen diese in unserem Alltag.

Auch diese Situation ist nicht perfekt. Denn hier scheitert gern die sogenannte Familienfreundlichkeit der Bundeswehr, die wir bei besonderen Anlässen im Leben unseren Sohnes schon mal missen. Aber wir haben uns damit arrangiert und behalten es in der Form sicher bis zur Pensionierung meines Mannes bei.

Also bitte!

Bitte all die Leute dort draußen, die es nicht verstehen können, dass mein Mann „so wenig Unterstützung durch seine Familie erhält“. Für die genau das ein Grund ist, meinen Mann oder mich in irgendeiner Form anzuzweifeln. Die mir einen schrägen Blick zuwerfen, weil ich arbeite und „mein eigenes Leben lebe“ statt mein Leben um meinen Mann sowie der Bundeswehr herum aufzubauen. Die mich mitunter ausgrenzen, weil ich nicht in ihr Weltbild passe.

Denkt ihr nicht, dass wir selbst am Besten wissen, wie wir die Berufswahl meines Mannes in unser Leben integrieren und dabei unser Kind bestmöglich unterstützen können?

Nicht ganz passend zur Bundeswehr

Diesen Frust musste ich mir kurz von der Seele schreiben. Sorry 😉

Es hat auch nur bedingt etwas mit der Bundeswehr zu tun. Eher mit dem Umfeld sowie teilweise mit der Einstellung einiger Soldaten, die uns nur zu gern ihre Meinung aufdrängen wollen. Was eben arg an den Nerven kratzt.

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Teilzeit-Alleinerziehend, Teilzeit-arbeitend, manchmal überfordert, Mama eines zuckersüßen Buben, Soldatenfrau, ein wenig verrückt und mit ganz viel Herz ausgestattet.

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