Wisst ihr, ich wollte so, so gerne an dieser Blogparade teilnehmen und ich habe auch lange überlegt, ob ich diesen Beitrag hier überhaupt schreibe.

Ich war wirklich sehr enthusiastisch und freute mich schon darauf zu meinen Eltern zu fahren, mein Kinderalbum rauszukramen, mit einigen Fotos in der Gegend herum zu laufen und diese vor ihrem Entstehungsort erneut aufzunehmen. Und hier kommt der Haken…

Aber erst noch mal von Anfang an:

Darum geht es in der Blogparade von Jaimees Welt

Wie der Titel schon sagt, es geht um eine Zeitreise in die Vergangenheit.

Die Mädels, die hinter diesem tollen Blog stehen, stöbern gern in den alten Fotoalben und schwelgen in Erinnerungen bzw. Lassen diese wieder aufleben. Denn seien wir ehrlich, an einiges kann man sich leider nicht mehr erinnern. Wie auch, wenn man bei der Aufnahme gerade mal 2 oder 3 Jahre alt war?

Bleiben wir nun der Einfachheit halber dabei die Mädels Jaimee zu nennen…Also Jaimee stieß im Netz auf einen Fotografen, der Bilder aus der Vergangenheit an ihrem Entstehungsort aufnahm.

So wie es mir mit den Bildern auf Jaimees Blog ging, ging es ihr/ihnen auch mit denen von diesem Fotografen. Es zieht einen einfach in seinen Bann.

Warum dieses kleine Projekt nun mein persönliches Fiasko ist

Grund 1: Ich bin das dritte Kind!

Leipziger Mama - Reise in die VergangenheitAn sich ja nicht schlimm und es bringt auch eine menge Vorteile mit sich das Nesthäkchen zu sein. Nur gibt es da so ein Phänomen, wenn es um Kinderfotos geht. Beim ersten Kind füllt das erste Lebensjahr noch ein ganzes Album. Beim zweiten ist es immerhin noch ein halbes. Beachtlich, wenn man bedenkt, dass meine Brüder nur 2 Jahre auseinander sind.

Tja, und bei mir sind es immerhin noch ein paar Seiten.

So kommt für meine gesamte Kindheit ein zu 2/3 gefülltes Album zusammen.

Meine Mutter gab sich echt viel Mühe unsere Kindheit in den Alben fest zu halten. Die Fotoleidenschaft meines Vaters war hier auch eine gute Hilfe. Ich kann mich an keinen Ausflug erinnern bei dem er nicht seine alte russische Kamera dabei hatte. Heute ist es seine Spiegelreflexkamera oder die kleine Nikon für schnelle Aufnahmen. Meist schloss er sich dann ein mal im Monat im Bad ein und verwandelte dieses in eine Dunkelkammer. Leider machte er das spätestens nachdem unser Haus Anfang der 90er Stand nicht mehr. Da gab es keine Möglichkeit eine Dunkelkammer einzurichten. Es war alles zu hell.

Trotz der Fotoleidenschaft gibt es leider kaum Bilder in meinem Album. Es wurden irgendwann einfach nicht mehr alle entwickelt. Sie versauerten regelrecht auf dem Filmstreifen.

Heute würde man sagen, dass sie irgendwo in den Untiefen der Festplatten schlummern.

Leipziger Mama - Reise in die VergangenheitAber die wesentlichen Ereignisse meines Lebens wurden selbstverständlich dokumentiert. In jedem Album von uns Kindern. Also denen meiner Brüder und auch in meinem gibt es eine ganze Seite mit Töpfchen-Bilder. In jedem Album!

Früher habe ich diese eine Seite gehasst. Heute finde ich sie tierisch witzig. Und ja, ich habe meinem Kind das selbe angetan 😀

Letztendlich sind nahezu alle meine Kinderbilder innen aufgenommen. Die wenigen außerhalb der heimischen vier Wände fallen leider Grund 2 zu Opfer.

Grund 2: Der Osten war/ist einem starken Wandel unterworfen

Ich bin keine gebürtige Leipzigerin. Aber das wisst ihr sicher schon längst. Leipzig ist eben meine Wahlheimat – die mich sicher nicht mehr los wird.

Geboren wurde ich im tiefsten Osten. Ich schreibe bewusst tiefster Osten. Denn noch mehr Osten geht tatsächlich kaum noch. Region, Mentalität und eben alles was dazu gehört, ist einfach tiefster Osten.

Ich bin nun bereits 31 Jahre alt. Machte also, zwar eher unbewusst, die Wende von DDR zur BRD mit. Wisst ihr welche Auswirkungen das im Osten hatte?

Nahezu nichts ist mehr wie früher. Alles befindet sich im Wandel.

Das Haus in dem ich aufgewachsen bin? Wurde Anfang der 90er Jahre zu Eigentumswohnungen umgewandelt. Nicht wirklich schade. War ein Plattenbau. Fotos davor nachstellen ist leider undenkbar und könnte wohl auch zu rechtlichen Problemen führen.

Das Haus meiner Großeltern? Wurde Anfang der 2000er saniert. Heute baut es eine neue Familie gerade nach eigenen Wünschen um. Selbst der Garten schaut nicht mal ansatzweise mehr wie damals aus. Bäume und Sträucher sind fort oder es kamen neue an anderen Stellen hinzu.

Andere Orte der Region? Wälder sind abgeholzt, aus dem Tagebau wurden Seen, die Grundschule ist eine Ruine…

Ich habe wirklich alle Bilder meines nicht ganz gefüllten Albums angeschaut und geprüft. Es gibt keinen Ort, der heute auch nur noch annährnd so aussieht wie damals.

Meine Reise in die Vergangenheit

Leipziger Mama - Reise in die VergangenheitTja, eben ein ziemliches Fiasko.

Dennoch war es schön mal wieder in dem Album zu blättern und in Erinnerungen zu schwelgen.

Noch mal zu sehen wie liebevoll mein bereits 1993 gestrobener Großvater mich in seinen Armen hielt. Wie ich auf dem Töpfchen posierend in alle Richtungen blicken sollte. Mein erstes Mal im Hochstuhl. Ich ganz frisch entbunden. Zusammen mit meinen Brüdern, Cousine und Cousins bei der Eiersuche um Garten der Großeltern. Ich mit der Katze auf dem Bauch auf dem Sofa im Wohnzimmer meiner Eltern…übrigens, das Sofa wurde letztes Jahr nun auch noch ausgetauscht 😀

Das hier ist also irgendwie nicht wirklich ein Beitrag, der den Vorgaben der Blogparade entspricht. Dennoch animierte mich diese einfach mal über das was mich bewegt zu schreiben 😉