Leider hat es sich doch länger hingezogen als erhofft. Doch endlich kann mein Sohn stolz sein Seepferdchen präsentieren und übt nun für Bronze. Hat ja nur 2 Schwimmkurse und zig Ausflüge an Seen wie Hallenbäder gebraucht.

Die Schwimmkurse

Leider, wirklich leider, haben wir beim ersten Schwimmkurs ordentlich daneben gegriffen. Mein Sohn war 4 (fast 5) Jahre alt. Der Kurs wurde uns wärmstens empfohlen. Innerhalb einer Woche sollten die Kids zumindest die Grundzüge des Schwimmens erlernen. Dafür ging es für 6 Tage und jeweils ca. 1-2 Stunden in ein Hallenbad. Zu Hause gab es dann zusätzliche Übungen. Tja, am Ende hatte meine Wasserratte Angst vor Wasser (vor allem vor dem Tauchen), sprang nicht mehr ins Wasser und das Thema Schwimmen war vorerst komplett vom Tisch.

Es brauchte knapp ein Jahr, bis er wieder etwas vertrauen zum Wasser hatte. Die Schwimmbewegungen beherrschte er. Doch leider fehlte ihm der Auftrieb und immer wenn er es versuchte, verbrachte er viel mehr Zeit unter Wasser als atmend oberhalb.

Der zweite Kurs war dann mit seiner Kindergartengruppe und kittete zum Stück das Urvertrauen. Am Ende konnte er zwar noch immer nicht wirklich schwimmen. Aber zumindest schaffte er bis zu 5 Schwimmzüge oberhalb der Wasserkante. Bevor es wieder in den Tauchgang ging.

Endlich alleine schwimmen

Mein Mann war stur und sorgte dafür, dass mit der Einschulung die Schwimmhilfen eingemottet wurden. Ab da blieb er hartnäckig dabei dem Kind das Schwimmen beizubringen. Der Groschen fiel beim Kind, als ein Mädchen in seinem Alter im Wasser an ihm vorbeizog und ab da lief es wie geschmiert.

Grundlegend konnte der Zwerg mit 7 ohne Probleme schwimmen. Nur das Tauchen war noch eine Herausforderung. Die Angst davor beruhte noch auf den ersten Schwimmkurs. Auch hier kamen andere Kinder ins Spiel und halfen ihm dabei die Angst zu überwinden. Einfach durch das Spielen am See und das gemeinsame Tauchen nach Spielzeug. Und zak, hatte ich meine Wasserratte wieder.

Suche nach einem “Prüfer”

Das war gar nicht so leicht. Also jemanden zu finden, der die “Schwimmprüfung” abnimmt. Zudem kam dann auch noch Corona dazwischen. Wir waren ab Anfang 2020 in keiner Schwimmhalle und mir ist leider auch nicht bekannt, ob man das Seepferdchen an einem der Leipziger Seen machen kann. Daher war das Projekt die letzten 1,5 Jahre einfach auf Eis gelegt. Dass mein Sohn schwimmen kann, bewies er bei jedem kleinen Ausflug an den See.

Nun hatten wir unserem Sohn versprochen in den Sommerferien endlich in ein Erlebnisbad zu gehen. Unter Einhaltung der Corona-Schutzmaßnahmen war es dann auch tatsächlich möglich.

Endlich Seepferdchen!

Kaum im Erlebnisbad angekommen, schnappte sich mein Mann unseren Sohn und ließ ihn im Becken auf und ab schwimmen sowie ein paar Tauchübungen vorführen. Dann die Frage:

Was meinst du? Wollen wir den Bademeister mal fragen, ob er die Prüfung abnimmt?

Und tatsächlich war es möglich. Vor 1,5 Wochen im Riff Bad Lausick. Ohne Probleme schwamm unser Sohn auf und ab, holte den Ring vom Beckenboden und beantwortete die Fragen. Der Bademeister fragte sogar, ob wir nicht gleich Bronze machen wollen. Das scheitert aktuell leider noch am Rückenschwimmen. Aber das wird nun fleißig geübt und ist das neue Ziel meiner Männer.

Ja, mit 9 Jahren ist mein Sohn vielleicht älter als viele andere Kinder, die zeigen, dass sie die Grundzüge des Schwimmens beherrschen. Leider kamen bei uns ein paar Probleme dazwischen. Nun sind wir extrem stolz, dass er es endlich geschafft hat und begleiten ihn nur zu gern dabei, den nächsten Schritt anzugehen. Und mit dem Seepferdchen hat er schon mehr Schwimmabzeichen in der Tasche als einer seiner Onkel 😉

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Teilzeit-Alleinerziehend, Teilzeit-arbeitend, manchmal überfordert, Mama eines zuckersüßen Buben, Soldatenfrau, ein wenig verrückt und mit ganz viel Herz ausgestattet.

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