Ab und an poste ich ein Bild bei Instagram. Da zeige ich euch meist nur den Stoff, aber selten das Ergebnis.

Aber dem möchte ich nun ein Ende bereiten. Hier seht ihr das erste Kleidungsstück, dass ich jemals genäht habe.

Mein erster Pullover

Ich habe schon zahlreiche Anleitungen bei Crazypatterns.net herunter geladen. Meist was zum Stricken oder Häkeln. Ja, Handarbeiten sind ab und an mein Ausgleich zum Alltag 😉

Leipziger Mama - Jil von firstloungeberlin - Mein erster PulloverIch hatte es mir schon lange vorgenommen, meinem Kind etwas zu nähen. Letzten November war es dann soweit.

Es sollte der Schnitt „Jil“ von firstloungeberlin sein.

Er sah recht einfach aus und war auch als „für Anfänger geeignet“ markiert. Gardinen umnähen, Löcher flicken… kein Problem. Aber bei Kleidung bin ich einfach blutige Anfängerin.

Nur beim Stoff gab es noch ein wenig hin und her. Ursprünglich wollte ich mir aus dem blauen Sommersweat einen Rock nähen. Das Schnittmuster dafür habe ich natürlich mit dem für den Pullover gekauft. Man sollte sich doch immer Ziele setzen 😉 Doch nachdem ich mir dessen Anleitung angesehen hatte, war schnell klar, dass der Stoff dafür gar nicht geht.

Erfahrung Nr. 1: Schnitt kaufen, Anleitung lesen und erst dann den Stoff kaufen 😀

Egal, damit konnte ich ihn eben für dieses erste Experiment nutzen. Und er passte perfekt zu dem „Weltallstoff“, der für das Futter zum Einsatz kommen sollte.

Anmerkung dazu: Gemäß Anleitung sollte man Jersey verwenden. Nun kam aber ein einfacher Baumwollstoff zum Einsatz. Der Unterschied? Jersey ist dehnungsfähig. Baumwolle nicht. Jedenfalls ist das meine bisherige Erfahrung.

Den Rest – Bündchen und Schrägband kaufte ich tatsächlich erst später. Damit konnte ich theoretisch nichts falsch machen. Tat es aber dennoch. Mehr dazu später.

Meine Erfahrung zu dem Schnitt „Jil“

Als ich das Schnittmuster ausgedruckt hatte, war ich in erster Linie kurz verwirrt. War ja mein erster Schnitt. Aber die Puzzlearbeit hielt sich zum Glück in Grenzen und es dauerte nicht so lange.

Nun musste nur noch die Größe bestimmt werden. Kleine Herausforderung. Sollte ich die Kaufgröße nehmen? Kind vermessen? Kleidungsstück auflegen? Da musste die Meinung des Papas her! Also schnitt ich die 128 zu. Bei einer aktuellen Kaufgröße von 116/122 konnte ja nicht viel schief gehen. Notfalls wächst er eben rein.

Der Schnitt selbst beinhaltet bereits die Nahtzugaben. Das machte es mir leichter. Ich konnte die Schnittteile Kante an Kante auf den Stoff legen und so den „Verschnitt“ in Grenzen halten.

Direkt am Anfang des Nähens stieß ich auf ein paar Probleme. Als erstes sollte die Tasche eingenäht werden. Als ich das versuchte – also vorderen Pulloverteil und Taschenrundung zusammennähen – rutschte mir immer mindestens ein Teil weg. Zudem musste der Sweat etwas gedehnt werden.

So, und nun komme ich auf den Fehler, den ich bereits oben gaaanz kurz erwähnte. Das Schrägband.

Man sollte sich immer, wirklich immer die Anleitung ordentlich durchlesen. Ich las, dass ich 5cm breites Schrägband brauche. Ich suchte eine halbe Ewigkeit und fand schließlich welches bei Amazon.

Der Fehler dabei? Man sollte Stoffstreifen in der Breite von 5cm zu Schrägband verarbeiten 😀 D.h., die Stoffstreifen werden links und rechts eingeklappt und gebügelt. Damit hat das Schrägband am Ende nur noch 2,5cm breite.

Meine Lösung? Das vorhandene Band links und rechts einbügeln. Es war dadurch nur um einiges dicker, steifer und schwer zu verarbeiten. Aber es ging.

Ich brachte damit mein allererstes Schrägband an meinem allerersten Pullover an!

Leipziger Mama - Jil von firstloungeberlin - Mein erster PulloverDas Nähen selbst war auch nicht ohne.

Laut Anleitung sollte man eine Overlock zum Nähen nutzen. Bitte was? Was ist das denn?

In dem Moment war mir das erst mal egal. Ich suchte einfach an meiner Maschine nach einem „elastischen Stich“. Für jemanden, der bis dato ausschließlich in einer geraden Linie genäht hat… naja, lassen wir es. Es gibt eben für alles ein erstes Mal.

Nach Zeichnung auf der Maschine sollte der Stich eigentlich wie ein Rautenmuster aussehen. Er frass Unmengen an Garn und es dauerte ewig bis man das entsprechende Stück fertig hatte.

Zu dem Zeitpunkt musste ich leider auch noch den Unterfaden per Hand aufwickeln. Mein Mann hatte die Halterung oben an der Maschine abgebrochen 🙁

Das Ergebnis – Jil als Übergröße

Der Pullover war – und ist es im Moment leider auch noch – viel zu groß. Bei Crazypatterns bewertete eine andere Käuferin, dass der Schnitt so gar nicht passt. Er wäre ihrer Meinung viel zu klein.

Sorry, aber da bin ich mal einfach so anderer Meinung. Der Schnitt passt theoretisch perfekt. Wenn man Kind und Schnittmuster vorher vermisst …

Meine Probleme auf einen Blick:
– Stoffauswahl nicht ganz korrekt
– Keine Overlock
– Stich der Nähmaschine sah nicht aus wie er sein sollte, fraß Garn und dauerte ewig
– Aufspulvorrichtung kaputt

Leipziger Mama - Jil von firstloungeberlin - Mein erster PulloverZudem bin ich mit dem Ergebnis nicht ganz so zufrieden. Die Tasche vorne zieht die Seiten irgendwie zusammen und ist eher ein Störfaktor.

Dann habe ich noch den Fehler gemacht den Bündchensaum unten knappkantig abzusteppen. Wie man sieht, es wellt sich stark 🙁

Die Anleitung war Schritt für Schritt relativ gut erklärt. Da die Bilder und Texte scheinbar mit Word zusammengestellt wurden, kam es zu Verschiebungen in der Darstellung und man musste schon mal suchen bzw. Genauer hinschauen.

Im Nachhinein hätte ich mir wirklich einen leichteren Schnitt für mein erstes Kleidungsstück auswählen können. Aber wo ein Wille, auch ein Weg. Heute bin ich definitiv schlauer 😉

Nichtsdestotrotz liebt mein Sohn seinen Pullover mit dem Weltraum-Futter-Kragen, Stulpen und Kängurutasche.