Mal ernsthaft! Ist das überhaupt möglich? Mein Plan besteht ja darin, den Plastikverbrauch grundlegend zu verringern. Daran arbeite ich seit nunmehr einem Jahr. Leider mit mässigem Erfolg.

Weshalb ich mir Gedanken gemacht habe, woran es denn nur dermaßen scheitert.

Wo kommt denn nur das ganze Plastik her?

Ehrlich. Ich gebe mir wirklich mühe beim Einkauf auf Plastik zu verzichten. Das erfordert natürlich ein gewisses Umdenken und Neubewerten der Präferenzen. Es ist schwer Kind und Mann von einem anderen Joghurt oder anderer Wurst zu überzeugen. Leider akzeptiert nicht jeder Fleischer ein Abpacken in einer mitgebrachten Dose. Auch die Obstbeutel werden in den Supermärkten noch nicht so lange akzeptiert.

Und nun kommt der Punkt: Aus was für Materialien sind die meisten Sachen, die mir helfen Plastik beim Einkauf zu vermeiden?

Genau! Aus Plastik!

Selbst meine gute SIGG-Alu-Brotdose ist mit einem Plastik-Inlay. Warum auch immer. Womöglich damit sie etwas auslaufsicherer ist. Auch die Obstnetze sind zum Teil aus Plastik angefertigt.

Beides sind Produkte, um größere Mengen Plastik zu vermeiden. Und doch sind auch diese aus Plastik. Ich nutze sie zum Transport von Obst und Wurst. Und eben den Einkauf ohne diese lästigen Plastikbeutel.

Kann man also komplett Plastikfrei sein?

Es hat eine Weile gedauert, doch ich mittlerweile bin ich zu der Erkenntnis gelangt, dass ich gar nicht komplett auf Plastik verzichten kann. Ein „komplett Plastikfrei“ ist heutzutage gar nicht mehr möglich.

Lichtschalter, Küchengeräte, Spielsachen und sogar Autos… überall ist Plastik.

Man kann also nicht komplett Plastikfrei sein. Es allenfalls reduzieren. Damit habe ich mir das Ziel Ende 2018 zwar korrekt gesetzt, aber mich auch zu verbissen daran gehalten Plastik aus meinem Leben streichen zu wollen.

Komplett Plastikfrei - Geht das überhaupt?

Was ich mit meiner Erkenntnis nun anfangen werde

Was wäre mein Coffee-to-go-Becher ohne seinen Plastikdeckel? Eine auslaufsichere, plastikfreie Alternative konnte ich dazu noch nicht finden. Ich mag mir ehrlich gesagt auch gar nicht vorstellen, dass meine Wurst an der Wursttheke künftig in einem Glas abgepackt wird. Auch dazu fehlt mir eine plastikfreie Alternative.

Das ist es was ich mit meiner Erkenntnis anfange:

Ich halte mich nicht mehr verbissen daran fest, Plastik komplett zu meiden. Dieser Drang Plastik nicht mehr in mein Leben zu lassen, bremste mich seltsamerweise dabei aus, Plastik zu reduzieren. Ich kann es nur schwer erklären. Es gab einfach Situationen, wo ich für mein Kind den geliebten Joghurt kaufte (in Plastikverpackung) und mir dabei dachte „Naja, wenn ich nun das schon in der Form kaufe, dann kann ich auch dieses oder jenes inkl. Plastik kaufen.“

Also war Plastik nicht immer die Ausnahme. Sondern bestimmte mitunter die Regel.

Auf Basis meiner Erkenntnis versuche ich aktiv umzudenken. Mir das Plastik bewusst machen und beim Einkauf auch aktiv schauen, ob es nicht doch eine plastikfreie Alternative gibt. Oder ich vielleicht doch etwas ganz anderes kaufe.

Es wird Plastik in meinem Leben geben. Doch das Ziel ist, es so lange im Alltag zu nutzen bis es wirklich nicht mehr geht. Das Plastik soll also nicht direkt nach dem Kauf schon wieder im Müll landen, sondern wie bei meinem To-Go-Becher viele viele Male dafür sorgen grundlegend weniger Müll zu fabrizieren.

Ein langer Text für eine recht einfach Antwort. Sorry 😐

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Teilzeit-Alleinerziehend, Teilzeit-arbeitend, manchmal überfordert, Mama eines zuckersüßen Buben, Soldatenfrau, ein wenig verrückt und mit ganz viel Herz ausgestattet.

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