Wie nach jeder OP muss auch eine frischgebackene Mutter gründlich untersucht werden. Ist doch klar.
Einen Tag vor der Entlassung war es dann soweit. Der Kartheter wa schon zwei Tage zuvor entfernt worden und ich musste mich schon seit mehr als einem Tag komplett allein um mein Kind kümmern.
Am Vormittag war noch die U2. Wenige Minuten bevor die Kinderärztin zur Untersuchung erscheinen wollte schneite eine Schwester herein und informierte darüber, dass ich meinen Sohn nackt ausziehen solle.
Einfacher gesagt als getan. Denn noch schlief er mehr als dass wir seine dunkelblauen Augen sehen durften.
Also wecken, ausziehen und dann warten. Ich hatte ihn in eine Decke eingehüllt. Denn die Ärztin ließ auf sich warten und so warm war es nun auch wieder nicht im Raum.
Die U2 ging schnell. Hüfte prüfen, Nabelschnur anschauen, allgemeines Befinden und dann die Frage, ob er denn schon Muttermilch trinke. Alles in Ordnung. Er konnte entlassen werden. Für Fragen war fast keine Zeit und besondere Anliegen sollten mit der Kinderärztin geklärt werden. Diese sollte dann auch möglichst nach Entlassung wegen einer Überweisung zur Hüftsonografie und der Verschreibung von Vitamin D konsultiert werden.
Als das durch war, zog ich ihn wieder an, stillte ihn noch fix, fuhr ihn zur Schwesternstation und durfte dann zum ersten Mal seit dem Tag der Entbindung duschen gehen. Gott, kam ich mir schmuddelig vor! Am Morgen war noch das Pflaster auf der Naht entfernt worden. Ich war unsicher, ob das alles geht. Denn noch hatte ich Schmerzen und war etwas wackelig auf den Beinen. Aber die Dusche bewirkte Wunder und ich fühlte mich schon viel wohler in meiner Haut.
Am Nachmittag war dann noch meine Abschlussuntersuchung. Der Kleine war wieder auf der Schwesternstation. Die Ärztin machte einen Ultraschall. Etwas suspekt war mir, dass sie das mit etwas Druck direkt auf der Naht machte. Aber da war alles ok. Nichts riss! Nichts blutete! Meine Gebärmutter bildete sich ordnungsgemäß zurück. Keine Rückstände oder Abkapselungen zu sehen. Ich durfte gehen!
Nach den Schrecken der Tage zuvor (OP, stillen, Angst machen wegen Gewichtsabnahme, Hebamme des Grauens, Stress wegen alleiniger Betreuung) waren das gute Nachrichten. Auch wenn ich Angst hatte mit meinem Sohn nach Hause zu kommen. War es dennoch gut. Denn dort konnten wir allein entscheiden was wir machen und uns langsam aneinander gewöhnen.
Sobald die Termine durch waren rief ich Hebamme und frischgebackene Oma an. Meine Hebamme kam am zweiten Tag der Entlassung zu uns, um zu schauen, ob alles gut ist. Und meine Mutter holte uns am nächsten Tag ab.
 

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Teilzeit-Alleinerziehend, Teilzeit-arbeitend, manchmal überfordert, Mama eines zuckersüßen Buben, Soldatenfrau, ein wenig verrückt und mit ganz viel Herz ausgestattet.

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