Letzte Woche hatten wir den mutmaßlich letzten Elternabend der Grundschule. Ein weiterer ist gemäß des prall gefüllten Terminkalenders gar nicht geplant. Nur noch das letzte Entwicklungsgespräch. Wobei wir schon wissen wo die Reise hingeht und unseren Sohn auch daheim tatkräftig unterstützen. Denn er hat sich etwas in den Kopf gesetzt, nun muss er nur noch lernen dafür auch zu arbeiten. Aber dazu an anderer Stelle mehr.

Elternabend – Wo ist der Schnaps?

Ich gehe leider immer mit gemischten Gefühlen zu einem Elternabend. Meist ist die Anwesenheit auch überbewertet und es würde genügen, wenn man die Infos komprimiert in Papierform oder per Mail erhält. Aber was soll’s. So ein Elternabend hat einfach schon Tradition. Letztes Jahr konnte ich es einmalig auf meinen Mann abwälzen, dieses Jahr lag er mit Bronchitis flach. Also ging ich – leider ohne Flachmann, den konnte ich nicht finden – frohen Mutes zur Schule meines Sohnes.

Ich stand wie blöde zu früh vor dem Raum. Eben lieber zu früh als zu spät. Pünktlich zur genannten Zeit öffnete sich die Hintertür. Stand also schon mal an der falschen Tür. Ebenso wie all die Eltern, die nach mir kamen und sich einfach dazu stellten. Vor Einlass ins Klassenzimmer mussten 3 Unterschriften geleistet werden. U.a. für Anwesenheit und Belehrung der Hygienemaßnahmen. Damit jeder einen Eindruck in den Schulalltag des Kindes erhält, sollte man sich auf dessen Platz setzen.

Mir war gar nicht bewusst, dass er in der letzten Reihe sitzt.

Ich saß während meiner gesamten Schulzeit (Chemie-Unterricht ausgenommen) in einer der ersten Reihen. Das war stets ideal. So blieb ich immer unter dem Radar der Lehrer 😉

2 Stunden und kaum Neues

Ganze 2 Stunden wurden wir zu Terminen des Jahres (“Oh, bitte, meldet euch freiwillig als Begleitung!”), Aufholen der Lehrplanlücken aus der dritten Klasse (“Wir haben in den letzten zwei Wochen die Hälfte des Lehrplans nachgearbeitet.”), dem Wechsel zur Weiterführenden Schule (“Alles wichtige finden Sie auf dem Zettel an Ihrem Platz, aber lassen Sie uns das noch mal genau durchgehen.”) und wie die Hauptfächer strukturiert sind (“Das erzähle ich Ihnen gerade zum vierten Mal, aber da Sie es nicht mehr wissen, erzähle ich es Ihnen noch mal.”) berieselt.

Nichts Neues. Nur das nagende Gefühl seine Zeit zu verschwenden.

Elternvertreterwahl

Highlight war die Aufmerksamkeit für die Elternsprecher. Die bekamen Blumen und Pralinen. Dabei fand ich den Kommentar der Hort-Elternsprecherin am Besten:

“Hatte ich nicht noch ne Stellvertreterin?”

Eine Reihe weiter kam direkt das “Ja, ich.”

Die Stellvertreterin hatte keiner auf dem Schirm. Sie bekam keine Pralinen oder Blumen. Scheinbar war sie im vergangenen Jahr so unsichtbar, dass man schon glaubte, keine Stellvertreterin zu haben.

Am Ende gab es eine Wahl der neuen Elternvertreter. Und Überraschung: Es blieben die selben!

Keiner mag die Verantwortung haben, keiner will der Buhmann sein. Also nahmen die alten-neuen Elternsprecher das Amt für das letzte Schuljahr eben wieder an.

HPV-Impfung

Das war tatsächlich das einzige, interessante Thema des Elternabends. Dabei wurde es in den ersten 30 Minuten durch eine nette Mama abgehandelt. Ihre Kinder sind letztes Jahr von der Schule abgegangen. Sie ist Gynäkologin und engagiert sich für die Initiative Impfen an Schulen. Für sie ist es eine Herzensangelegenheit Eltern das Impfen ihrer Kinder gegen das HPV-Virus nahe zu legen.

Das Impfen erfolgt durch die Initiative an festen Terminen in der Schule. Alle notwendigen Unterlagen müssen vorab bzw. zum Termin mit in die Schule gegeben werden. Aber nur, wenn die Eltern sowie das Kind mit dem Impfen einverstanden sind.

Ich empfinde es als gute und sinnvolle Sache, habe das Thema mit unserem Sohn besprochen und mein Mann hat abgeklärt, ob die private Krankenversicherung zumindest einen Teil der Kosten deckt. Insofern unser Sohn fit ist, wird er demnächst gegen das HPV geimpft.

Damit hatte der Elternabend zumindest einen sinnvollen Punkt geliefert. Den Rest nehme ich das nächste Mal gern per Post.

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Teilzeit-Alleinerziehend, Teilzeit-arbeitend, manchmal überfordert, Mama eines zuckersüßen Buben, Soldatenfrau, ein wenig verrückt und mit ganz viel Herz ausgestattet.

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