Die nachfolgenden Zeilen schrieb ich direkt nach der Spende. Um genau zu sein, vor zwei Wochen, als ich endlich daheim und einigermaßen wieder auf der Höhe war.

Vor allem mit einem guten Gewissen.

Als Spendezentrum wählte ich bewusst das DRK. Freunde spenden regelmäßig dort Blut wie Plasma, schwärmten von der Herzlichkeit aller Mitarbeiter und regten mich letztendlich an, auch zu spenden. Ich wollte schon länger Blut spenden. Immerhin habe ich 0 negativ und damit wohl recht universel einsetzbares Blut.

Am Ende kam es aber anders als gedacht.

Nicht sofort zur Spende

Bereits vor drei Wochen war mein erster Termin beim DRK. Ich rechnete mit einer normalen Blutspende und musste dafür Auskunft über Krankheiten sowie Medikamente geben. Als herauskam, dass ich Anfang des Jahres Covid positiv war (samt Symptomen) wurde fix umgeschwenkt. Nur drei kleine Röhrchen wurden fürs Labor gezapft und der Wert vorhandener Antikörper bestimmt.

Denn scheinbar ist das Blut mit Antikörpern für die Forschung derzeit unglaublich wichtig für die Forschung.

Nach dem kurzen Zapfen musste ich 2 Tage warten. Sollte wieder anrufen und erfragen, ob ausreichend Antikörper vorhanden sind. Und tatsächlich hatte ich zumindest eine gewisse Menge im Blut.

Damit hieß es 1 Woche nach dem ersten Termin: O’zapft ‘s…nur halt anders als es ein waschechter Bayer wohl erwarten würde 😀

So lief meine erste Spende beim DRK ab

Wieder musste ich den Fragebogen ausfüllen, eigenverantwortlich bestimmen, wie die Spende verwertet werden kann und noch zwei zusätzliche Unterschriften leisten. Ich war deutlich schneller als bei meinem ersten Besuch. Immerhin waren die Fragen soweit schon bekannt.

Da es meine erste Plasmaspende war, wurde ich noch abgecheckt. Mit Blutdruck, Herz & Co. Zusätzlich wurden noch Tattoos sowie Piercings vermerkt. Schon etwas viel und ich war auch ein wenig irritiert. Warum ist es denn wichtig, dass ich mir mit 18 ein Bauchnabelpiercing stechen ließ? Oder mein Tatto vor 1,5 Jahren? Anscheinend gibt es dafür Gründe. Insbesondere, wenn diese erst kürzlich zustande kamen. Gleiches galt für Narben…

Nach dem Check Up ging es auch schon los. Wieder die Frage, welcher Arm denn gepikst werden darf. Der Rechte. Das scheiterte leider. Meine Vene setzte sich warum auch immer zu. Woraufhin die Schwester mir fest in die Augen sah:

“Wir können es mit dem anderen Arm versuchen. Aber wollen Sie das wirklich?”

Das Ganze ist ja freiwillig und man muss sich nicht mehrfach stechen lassen. Ich war jedoch Spendewillig – komme was da wolle – und hielt bereitwillig den linken Arm hin. Die Schwester war etwas skeptisch, ob das klappt. Immerhin bestand die Chance, dass auch diese Vene einfach “nö” sagt.

Meine erste Blut...äh, Plasmaspende

Letztendlich saß die Nadel und die Maschine begann zu arbeiten. Es wird Blut gezapft, eine Zentrifuge filtert die gewünschten Stoffe heraus und das Blut kommt zurück in den Körper. Währenddessen pumpte ich per Handbewegung brav mit und entspannte den Arm, wenn das Blut zurück kam. Das klingt vielleicht etwas gruselig. Ich fand es dagegen sehr faszinierend und konnte mich nur mäßig auf mein mitgebrachtes Buch konzentrieren.

Ich fühlte mich gut aufgehoben. Alle paar Minuten kam eine der Schwestern vorbei, warf einen Blick auf die Maschine und fragte, ob alles in Ordnung sei. Schmerzen sollte es nicht geben (außer beim Setzen der Nadel versteht sich). Auch Fragen wurden geduldig beantwortet.

Die Maschine setzte bei mir 3 Mal aus und gab einen Warnton von sich. Was – wie mir beim 2. Mal erklärt wurde – daran lag, dass die Nadel nicht optimal saß und es dadurch zu Fehlermeldungen kommen kann. Als ich den Dreh mit dem unterstützenden Pumpen durch die Hand raus hatte, blieben die nervigen Pieptöne aus und die Spende klappte ohne Probleme.

Am Ende saß ich 45 Minuten auf diesem Stuhl und ein ganzer Beutel an Plasma war zusammen gekommen. Es dürften etwa 700ml gewesen sein.

Im Anschluss wurde ich mit Kaffee, Kaltgetränk und Snacks versorgt. Sollte mich noch 30 Minuten ausruhen und eben verköstigen lassen. Regelmäßige Spender kannten sich und auch das Personal. Es wurde geschäkert und insgesamt für eine lockere Stimmung gesorgt.

Meine erste Blut...äh, Plasmaspende

Nach der etwas anderen “MeTime” bekam ich am Empfang noch eine “Entschädigung” für meine Spende sowie aufgebrachte Zeit und konnte gehen. Auf die Entschädigung kommt es mir nicht an. Ich will helfen und war umso glücklicher, dass ich trotz Magentabletten und Psychopharmaka spenden kann.

Da ich mir nicht sicher war, wie ich bzw. mein Kreislauf auf das Zapfen reagiert, war ich mit den öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs und fuhr auch auf diesem Wege wieder nach Hause. Mit Maske, Abstand und zu Zeiten ohne Berufsverkehr ganz gut möglich 😉

Ich fühlte mich noch 2 Tage ein wenig schlapp und bekam kleine Blutergüsse an den Einstichstellen. Aber nichts dramatisches. Damit war die Spende von meiner Seite her ein voller Erfolg.

Was ich mit diesem Post bezwecke

Grundlegend: Die Angst nehmen!

Ich bin kein Fan von Spritzen. Wirklich nicht. Ich kann beim Impfen oder Blutentnahmen nicht hinsehen. Muss möglichst in eine andere Richtung schauen. Verkrampfe auch mal gerne, wenn der Piks kommt. Impftermine des Kindes nimmt mein Mann seit einigen Jahren wahr. Es ist keine Angst vor den Nadeln. Es ist vielmehr der kurze Schmerz.

Dennoch war ich spenden. Mit einem Ziel vor Augen. Und hey! Es klappte sogar richtig gut. Der Schmerz war durch die Erfahrung der Mitarbeiter verkraftbar. Da hatte ich während der Entbindung meines Sohnes weit schlimmere Erfahrungen gemacht.

Wenn man sich für eine Blutspende entscheidet, ist es tatsächlich am Besten, wenn man in erfahrene und auch einfühlsame Hände kommt. Das ist wohl leider nicht in jedem Spendezentrum gegeben und sorgt auch gern dafür, dass Spender nicht unbedingt wieder kommen. Beim DRK waren alle freundlich, einfühlsam und legten eine Dankbarkeit an den Tag, die einem als Spender zusätzlich ein gutes Gefühl gibt.

Und wisst ihr was?

Ich habe noch diese Woche wieder einen Termin und gebe erneut eine Dosis Corona-Plasma ab. Nicht wegen dem Geld, sondern aus der Hoffnung, dass mit der Spende sinnvoll umgegangen wird.

About the Author

Teilzeit-Alleinerziehend, Teilzeit-arbeitend, manchmal überfordert, Mama eines zuckersüßen Buben, Soldatenfrau, ein wenig verrückt und mit ganz viel Herz ausgestattet.

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