Ich bin mir ehrlich gesagt nicht sicher, ob man wirklich einen Ratgeber dafür benötigt. Denn allein durch meine Erziehung, mein Umfeld und vor allem durch die Lebenseinstellung meines Mannes, ist uns klar, dass wir eine gute Struktur, Routine sowie Regeln in unserem Leben brauchen. Denn wie sonst sollen wir unserem Kind eine Grundlage für sein zukünftiges Leben geben und ihm verständlich machen, dass sein Handeln Konsequenzen hat?

Da erhielt ich nun das Buch von Ulrike Leubner.

„Mit Kindern Regeln regeln“ von Ulrike Leubner

Mit Kindern Regeln regeln? Mit Kindern gemeinsam Regeln erstellen? Oder Kinder Regeln selbst aufstellen lassen? Was, wenn es Kindern schwer fällt Regeln aufzustellen? Darf ein Erwachsener in diesem Fall eingreifen? Oder sollte er es dann unbedingt? Und was passiert bei Regelverstößen?

Was geschieht, wenn die Regeln der Kinder nicht den moralischen Vorstellungen der Gesellschaft entsprechen? Und werden wir selbst uns in der Zukunft den Regeln der jüngeren Generation beugen?

Das Thema Regeln spielt vor allem in der Erziehung eine wichtige Rolle. Die einen stellen sie konsequent auf, die anderen lassen sie durch Kinder bestimmen und die dritte Gruppe wählt den Mittelweg und stellt sie gemeinsam mit dem Nachwuchs auf. Doch was ist DIE richtige Lösung?

Ulrike Leubner geht in ihrer (bei Amazon als) Broschüre deklarierte Zusammenfassung ihres Wissens auf die Facetten des Themas Regeln ein. Damit wird „Mit Kindern Regeln regeln“ zu einem guten, informativen Leitfaden für Eltern und pädagogische Fachkräfte.

Und eins kann ich euch hier schon verraten: DIE Lösung gibt es nicht!

Bei diesem Buch handelt es sich um eine kürzlich erschienene Neuauflage. Leider kann ich euch nicht sagen, was der Unterschied zum vorangegangenen Exemplar ist. Aber hier nun:

Unsere Meinung zu „Mit Kindern Regeln regeln“

Es fällt mir gar nicht so leicht, mir eine Meinung zu diesem Buch zu bilden. Ich lese eben recht selten Ratgeber. Das liegt leider vor allem daran, dass ich mich schnell auf den Schlips getreten fühle oder beim besten Willen nicht wüsste, was ich mit dem nun gewonnen Wissen anfangen soll.

Auch bei „Mit Kindern Regeln regeln“ ging es mir anfangs so. Denn ich blieb direkt bei der Seite mit den Erziehungsformen hängen. Autoritär, nicht autoritär oder ein Zwischenweg? Es war mir bisher nicht bewusst, aber wir selbst praktizieren vor allem eine autoritäre Erziehung. Versteht mich jetzt nicht falsch. Die Meinung unseres Sohnes zählt für uns schon, aber er weiß noch nichts bzw. kaum etwas über Konsequenzen. Wir sind fortlaufend dabei ihm dies begreiflich zu machen.

Aber ich schweife nun etwas ab.

Die Unterscheidung dieser Erziehungsformen ist genau der Punkt, der mir in diesem Buch so gar nicht behagte. Denn es wurde auch verdeutlicht, welche Folgen damit verbunden wären. Und ich muss sagen, Frau Leubner, mein Kind entspricht so gar nicht dem darin beschriebenen Erscheinungsbild. Mein Kind ist offen, redselig und im Grunde das komplette Gegenteil von einem Kind, dass wohl unter einer autoritären Erziehung leiden muss.

Doch unser Kind ist erst 5 Jahre alt und ich kann nur schwer abschätzen wie es mal wird.

Ich muss auch gestehen, dass uns die Erzieherin seiner Kindergartengruppe wieder ein ganz anderes Bild unseres Sohnes zeichnet. Er kann es nämlich so gar nicht verkraften, wenn er bei ihr seinen Willen nicht bekommt. Dann wird er laut und gemein.

Und wieder schweife ich ab.

Im Endeffekt sollte dieses Buch auch als solches betrachtet werden, was es ist. Ein Ratgeber. Frau Leubner betrachtet möglichst neutral die Möglichkeiten rund um die dritte Erziehungsform (Kinder mit einbeziehen) und sagt von Anfang an offen: Es gibt nicht DIE Lösung! Denn jedes Kind, das Umfeld und jede Situation sind einfach anders und verlangen nach ihrer eigenen Lösung. Die kann eben von Kind zu Kind und von Haushalt zu Haushalt sehr unterschiedlich aussehen.

Das Buch „Mit Kindern Regeln regeln“ wird für mich auf jeden Fall noch ein guter Leitfaden. Wir praktizieren aktuell eine Erziehung in der wir Eltern die Regeln definieren. Unser Sohn soll damit lernen, dass es im Leben Grenzen und auch Konsequenzen gibt. Wenn er dies begreift, werden wir definitiv den nächsten Schritt wagen und ihn bei der Definition von Regeln sowie deren Konsequenzen einbeziehen. Ein paar Anregungen konnte ich mir dazu schon aus dem Buch von Ulrike Leubner entnehmen.

Auch wenn mir der Anfang des Buches sauer aufstieß, ist der Rest gut und eingängig geschrieben. Es wäre gut, wenn jede Kita über mindestens eines dieser Bücher verfügen würde und auch wir Eltern vielleicht mit Auszügen über so etwas wie den Elternbrief (den man mitunter über seine Stadt-/Gemeindeverwaltung erhalten kann) informiert werden.

Über Ulrike Leubner

Ulrike Leubner baut auf ihr jahrelanges Wissen als Erzieherin sowie auf ihre fortführenden Ausbildungen auf. Die von ihr beschriebene Methode baut zusätzlich auf den Pädagogen Celestin Freine sowie den Psychoanalytiker Erik Erikson.

Für sie steht fest, dass Erfahrungen einfach nicht übertragbar sind und jeder von uns seine eigenen machen muss, um daraus Schlüsse ziehen zu können.

Ich möchte hier anmerken: Das betrifft uns Eltern ebenso wie unsere Kinder!

Mit ihrem Ratgeber „Mit Kindern Regeln regeln“ möchte uns Frau Leubner ein Werkzeug an die Hand geben, damit wir unsere Kinder zu starken, psychisch widerstandsfähigen Menschen heranziehen können. Dabei sollen wir selbst aber nicht den Kopf verlieren 😉