Wisst ihr wie lange ich es vor mir herschiebe diesen Beitrag zu schreiben? Denn es ist wirklich schwer das in Worte zu fassen.

Natürlich gibt es wirklich viele Nebeneffekte. Aber einer der Wesentlichen ist wohl das Wort „Allein“.

Sind wir Soldatenfrauen denn so „allein“?

Leider ja.

Wir kümmern uns oft allein darum, dass der Haushalt geschmissen wird.

Wir sorgen oft allein dafür, dass die Kinder morgens aufstehen und zur Kita oder Schule kommen.

Meist sind wir eben 5 Tage die Woche allein für alles zuständig, was eben anfällt. Denn meist kommen unsere Partner erst am Freitag Nachmittag wieder heim und verlassen uns bereits Sonntag wieder. Sind wir dann noch berufstätig, kommt auch dies zu unserem Alltag hinzu.

Je nachdem wie unsere Partner eingestellt sind, kümmern wir uns aber auch dann um so einiges allein, wenn sie da sind. Ich möchte an dieser Stelle noch mal kurz auf einen älteren Beitrag verweisen, der sich vor allem um die Urlaubsplanung mit einem Soldaten drehte.

Als Soldatenfrau ziehst du oft den Kürzeren

Das Leben als Soldatenfrau hat eben einige Schattenseiten

Reden tut darüber leider kaum einer. Zumindest nicht öffentlich. Und man hat auch bald den Eindruck, dass es der Bundeswehr nicht ganz … naja, sagen wir mal… lieb ist, wenn so etwas öffentlich geht.

Dabei müsste es doch eigentlich klar sein. Oder glaubt die breite Öffentlichkeit tatsächlich, dass wir Soldatenfrauen permanent an der Seite unserer Soldaten sind?

Ich würde sagen, dass dieses „Allein“ die wohl größte Schattenseite des Lebens an der Seite eines Soldaten ist. Und jede Frau, die sich auf einen Mann mit diesem Beruf einlässt sollte sich diesem „Nebeneffekt“ bewusst sein.

Wie ich aber nun darauf kam diesen Beitrag zu schreiben

Vor einigen Monaten schrieb eine Soldatenfrau folgendes in einer Gruppe.

Leipziger Mama - Du weißt, dass du mit einem Soldaten verheiratet bist, wenn

Im ersten Moment war ich etwas perplex. Was hatte sich das Mädel vorgestellt?

Für mich war das Jammern auf hohem Niveau. Immerhin war auch ich fast die gesamte Schwangerschaft allein. Ich organisierte damals noch nebenbei unseren Umzug, strich Wände und Türen und nahm auch sämtliche Arzttermine allein wahr. Allein!

Meines Wissens ist das auch die Regel bei uns Soldatenfrauen.

Aber es regte mich zum Nachdenken an. Denn das Wort allein blieb bei mir hängen.

Ja, damals wollte ich ursprünglich nicht mit meinem Mann zusammen kommen. Denn ich wusste, dass er zur Bundeswehr gehen würde und ich nicht allein sein wollte. Aber die Liebe siegte. Seither organisierte ich immer alles. Und war allein ohne dass es mir bewusst war.

Erst diese wenigen Worte brachten mich wieder darauf. Ich hatte es einfach ausgeblendet.

Daher dieser Beitrag. Nicht nur wegen der Erkenntnis, sondern auch um es nicht tot zu schweigen.