Tja, die Unterkunft. An sich hatte ich mir wohl etwas mehr versprochen. Aber man kann eben nicht alles haben 😉

Der Amboss in Förrien

Ein typisches ostfriesisches Backsteinhaus, etwa 200 Meter vom Deich entfernt und mit 5 Ferienwohnungen sowie einem großen Garten ausgestattet. Dieses Haus ist im Ort Förrien zwischen Horum und Schillig zu finden. Der Name ist Programm. Denn ein Amboss steht doch tatsächlich im kleinen Garten neben dem Haus.

Von der Lage hätte es kaum besser sein können. Nahe Radwege, der Deich in unmittelbarer Nähe… nur zum Strand waren es dann doch 30 Minuten Fußweg.

Nordsee - Förrien

Wir bekamen überraschenderweise die größte der Wohnungen zugewiesen. Was mich offen gesagt etwas überraschte, denn bei der Buchung war das nicht ersichtlich. Doch am Ende, war es für uns ein Segen. Denn so konnten wir unsere Fahrräder entsprechend unterstellen. Aber dazu gleich mehr.

Die Wohnung ist als Maisonette angelegt. Unten ein Gäste-WC sowie ein großer, offener Wohnraum mit Küche. Oben zwei Schlafzimmer, weiterer Sitzgelegenheit und einem Bad mit Dusche. Sogar einen Kamin gab es. Damit wäre also auch ein Urlaub im Frühling oder Herbst gar nicht so schlecht 😉

Unser Sohn nahm das kleine, ursprüngliche Elternschlafzimmer und konnte sich im Doppelbett gut ausbreiten. Wir nahmen das große Schlafzimmer und hatten durch die zwei zusätzlichen Betten (es gab damit insgesamt 4 Schlafmöglichkeiten in dem Raum) genügend Stauraum für die Koffer. Denn einen Schrank gab es bei uns nicht.

Die Makel

Leider gab es dann doch einige davon.

Lichtschalter

Ernsthaft! Viele Lichtschalter an allen Ecken und Enden. Ein paar funktionierten, ein paar waren eher seltsam positioniert. Ich hatte die Zuordnung selbst nach 2 Wochen noch nicht raus.

Herdplatten

Ich hatte an unserem ersten Abend beim Kochen einen halben Nervenzusammenbruch. Die Herdplatten gingen immer nach 2-3 Minuten aus. Mein Mann wollte es mir nicht glauben bis es ihm selbst passierte. Wir vermuten, dass entweder die Spannung nicht reichte oder es einen Wackelkontakt gab. So musste während unseres Urlaubs immer einer zubereiten und der andere alle paar Minuten die Herdplatten wieder anschalten.

Dusche

Mal davon abgesehen, dass wir am zweiten Tag den Vermieter in die Wohnung lotsten und die Duschtür reparieren ließen, war diese Dusche ein wahres Kneipp-Erlebnis. Ich weiß gar nicht wie oft ich in den 2 Wochen kalt duschen musste 🙁

Boden

Leider kein Fachmann am Werk. Denn bereits beim ersten Betreten der Wohnung war nach wenigen Schritten klar, dass hier was falsch gemacht wurde. Das Laminat wellte sich an vielen Stellen.

Fahrradständer

Es gab tatsächlich einen und der Vermieter bat uns auch diesen zu nutzen. Doch der Ständer war nicht fixiert und unter freiem Himmel. Daher nahmen wir zum Leidwesen des Vermieters die teuren Fahrräder lieber mit in die Wohnung. Den Platz dafür hatten wir zum Glück.

WLan

Ähm, ja. Gab es keines. Was ich bei einer 3 Sterne Unterkunft aber irgendwie erwartet hätte. Zumal das normale Handynetz in der Gegend sowieso recht mau war.

Fernseher

Über 900 Sender. Unsortiert. Mit ein paar Kniffen und unserem Notizzettel wussten wir dann auch irgendwann wo die Kindersender oder RTL (Für “Wer wird Millionär?”) zu finden sind.

1.000 Sitzgelegenheiten

Ungelogen! In der Maisonette-Wohnung gab es in jeder Etage mindestens 6 Stühle. Was ich im Obergeschoss damit anfangen sollte, erschloss sich mir nicht. Daher räumte ich sie dann doch mal aus dem Weg. Übrigens gab es auch im Garten 8 Sitzgarnituren und 3 Liegesessel.

Think Positiv

Bei all dem Negativen über das ich mich nun endlich mal auskotzen durfte (mein Mann ließ mich das nicht gegenüber den Vermietern benennen), muss ich auch das Positive zugute halten.

Die Vermieter waren nett, die Wohnung geräumig und die Lage wirklich optimal.

Dadurch, dass es 5 Wohnungen waren, gab es immer genug Kinder die auf dem Spielplatz am Haus zusammen spielen konnten. So fand auch unser Sohn sehr schnell Anschluss und direkt zwei neue Freunde. Auch wir hatten den einen oder anderen geselligen Abend auf der Terrasse mit den Nachbarn (Sicherheitsabstand wurde eingehalten 😉 ).

Auch wenn der Preis für die zwei Wochen doch etwas deftig war, hatten wir einen schönen Aufenthalt samt überaus erholsamen Nächten. Da war die Rückkehr in die lärmende Großstadt schon fast ein Kulturschock 😀

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Teilzeit-Alleinerziehend, Teilzeit-arbeitend, manchmal überfordert, Mama eines zuckersüßen Buben, Soldatenfrau, ein wenig verrückt und mit ganz viel Herz ausgestattet.

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