Puh, da schnüffelte ich mal wieder nach geeigneten Themen für meinen Blog und stieß auf diese Blogparade:

Stell dir vor, du hast spontan Freizeit: Was machst Du als Erstes?

Da hing ich erst mal in der Luft.

Was mach ich denn, wenn ich spontan Freizeit habe?

Das ist eine wirklich gute Frage. Und auch gar nicht so leicht beantworten.

Dabei machte mein Sohn seit 2014 mindestens ein mal jährlich Urlaub bei Oma und Opa.

Wie es mir beim ersten Mal ging

Damals nahmen meine Eltern ihren Enkel ganze zwei Wochen. Die Tagesmutter hatte damals Urlaub, wir standen kurz vor dem Wechsel zur Kindertagesstätte und steckten mitten im Umzug von einem Stadtteil in den anderen. Ganz nebenbei hatte ich damals auch ein Vorstellungsgespräch nach dem anderen.

Kurz: Es ging drunter und drüber!

Ich hatte gar keine Gelegenheit mich über die freie Zeit zu freuen. Oder mir zu überlegen, was ich mit dieser anfangen wollte.

Ich hatte einfach keine. Entweder ich strich die Wände der neuen Wohnung, packte in der alten Wohnung Sachen oder ging zu Vorstellungsgesprächen.

Die zwei Wochen vergingen damals wie im Flug.

Das zweite Mal allein und ohne Kind

Folgte ehrlich gesagt ziemlich schnell dem ersten Mal 😀

Wir lebten erst zwei Monate in der neuen Wohnung. Der Kleine war bereits in der Kita etabliert (ist eben ein umgänglicher Kerl). Ich hatte einen neuen Job schon wieder verloren (bin immer noch sauer). Der neue Job sollte nach erfolgreichen Gesprächen und einem tollen Probearbeitstag am nächsten Tag beginnen.

Das Problem: Der Kleine war schon so komisch als ich ihn in der Kita abholte. Am Abend wollte er nichts essen und bekam schlagartig fast 40 Grad Fieber.

Scharlach! Und dabei hatte ich gerade den Arbeitsvertrag unterschrieben. Mein Mann steckte mitten in einem Lehrgang und konnte nicht einspringen.

Ich geriet in Panik! Was sollte ich machen? In meiner Not rief ich meine Eltern an und schilderte ihnen das Problem. Ich werde niemals, wirklich niemals vergessen was meine Mutter antwortete:

„Wir essen kurz noch auf. Dann kommen wir! Bereite schon mal das Bett für uns vor!“

Ich könnte noch heute heulen. Vor Dankbarkeit! Meine Eltern sprangen nach einem anstrengenden Arbeitstag ins Auto und fuhren fast 3 Stunden bis nach Leipzig. Gegen ca. 22 Uhr standen sie vor meiner Tür. Ich sollte noch am Abend den Koffer des Kleinen packen. Sie würden ihn am nächsten Tag zum Arzt bringen und dann mitnehmen.

Gesagt, getan. Er verbrachte dann wieder fast zwei Wochen bei seinen Großeltern. Und ich konnte gut in den neuen Job starten.

Ich weiß schon, was nun viele schreien werden. „Wie kann man sein krankes Kind nur weggeben, um arbeiten zu gehen?“ Mit meinem heutigen Wissen würde ich es nicht mehr machen. Aber auch nur, weil ich mittlerweile meinen Chef gut kenne und weiß, dass es damals für ihn kein Problem gewesen wäre. Auch für ihn gehen die Kinder vor. Doch damals war ich froh einen neuen Job gefunden zu haben und einfach in Panik ihn direkt wieder aufs Spiel zu setzen. Auch wenn ich mit einem Soldaten verheiratet bin, trägt mein Gehalt wesentlich zu unserem Leben bei und ganz ohne wäre für uns ziemlich schwierig.

Kommen wir mal aufs eigentliche Thema zurück

Ich hatte also spontan Freizeit. Naja, mehr oder weniger. Fing ja gerade im neuen Job an 😀

Dennoch war es ein komisches Gefühl. Ich habe ja nur eine 3/4 Stelle. Also 30 Stunden pro Woche. D.h., ich verlasse in der Regel spätestens 16 Uhr das Büro.

So auch in der Anfangszeit meines neuen Jobs. Ich hätte theoretisch Vollzeit erscheinen können. Da es nicht vereinbart war und mein Chef auch schon damals auf die Einhaltung der Zeiten bestand, war ich also immer pünktlich zu Hause.

Da saß ich dann aber erst mal rum und wusste so gar nichts mit mir anzufangen.

Hm, keine Kindersendungen bis 19 Uhr abends. Kein Sandmann. Endlich mal wieder sowas wie Nachrichten gucken 😀

Keine Nudeln zum Abendessen…obwohl, ich war faul und das ist leicht und schnell.

Ich wusste also am ersten Abend gar nichts mit mir anzufangen. Schaute letztendlich TV und verließ ein wenig meine normale Routine. Das ging auch noch den zweiten Abend so.

Dann kam mein Mann wieder heim. Es war ein Freitag.

Und wir machten etwas, was wir seit der Geburt unseres Sohnes nicht mehr gemacht hatten.

Wir gingen aus!

Ein Abend mit Kerzenschein in der Vodkaria (im Restaurant!).

Ja, wir hatten ein krankes Kind bei den Großeltern geparkt. Dennoch war es einfach mal etwas für uns. Und dem Kleinen ging es dank Antibiotikern schon deutlich besser. Er vergöttert eben auch seine Großeltern.

Nun nutzen wir den Großelternurlaub schon fast 3 Jahre

Aber nur, wenn es nicht anders geht. Wenn ich zu einer Schulung nach Berlin muss (Ende 2015) und mein Mann wie so oft nicht kann. Wenn ich so krank bin, dass ich mich nicht mehr um den Kleinen kümmern kann (passierte Anfang letztes Jahr) und mein Mann wie so oft nicht kann. Wenn ich dienstlich zu einer Messe am anderen Ende Deutschlands muss (passierte Mitte letzten Jahres) und mein Mann wie so oft nicht kann. Wenn wir zu einer Hochzeit eingeladen sind und unserem Kind den Stress ersparen wollen (letztes Jahr! Zwei Mal!!!). Oder einfach, wenn die Großeltern spontan fragen, ob sie ihn nehmen dürfen.

So richtig spontane Freizeit ist es eigentlich nie.

Die kindfreie Zeit ist meist schon mit vielen Terminen vollgeknallt. Frisör, shoppen, arbeiten und die jeweiligen Termine vorbereiten.

Pläne für die Zukunft

Der nächste Urlaub steht schon wieder fest 😀

Ich bin Anfang März für mehrere Tage in München. Das habe ich meinem Mann bereits mitte letzten Jahres gesagt und darauf hingewiesen, dass er sich dann um unser Kind kümmern muss. Er nickte, merkte es sich und fährt nun in der selben Woche nach Aachen. Ohne Kind. Zum Lehrgang.

Verlasst euch bei solchen Sachen nie auf einen Soldaten! Der haut euch jedes Mal in die Pfanne!

Zum Glück ist der Opa bereits Rentner und die Oma sagt trotz bereits geplanten Arbeitsstress in der selben Woche niemals nein.

In der Zeit Freizeit? Allenfalls, wenn der Papa seinen Sohn zu den Großeltern bringt.

Was ich dann mache? Die Seele baumeln lassen. In der Badewanne ohne Störungen relaxen. Ein Glas Wein trinken. Vielleicht einen Blogbeitrag schreiben. Einfach nur an mich denken. Nicht daran, dass Mann und Kind was zu essen bekommen. Nicht an den Haushalt, der nach mir schreien wird. Nicht an die Termine wegen denen mein Kleiner wieder mal einen Urlaub bekommt. Was ihn sowieso nicht stört. Er freut sich immer über seine Zeit beim Opa. Mit ihm kann er immer so viel anstellen.

Lange Rede, kurzer Sinn

Ihr seht also, diese Frage lässt sich wirklich schwer beantworten.

Spontan war es eben bisher nur ein Mal. Aber glaubt mir, auch wenn es erst zwei Tage vorher geregelt wird, dass Mann und Kind nicht da sein sollten, hätte ich sicher schon zig Pläne was ich mit meiner Zeit anfangen würde 😉