Habt ihr euch schon mal Gedanken deswegen gemacht?

Unter dem Begriff Pampers werden ja gern alle Marken an Wegwerfwindeln zusammengefasst. Da wird auch aus Babylove umgangssprachlich Pampers gemacht. Wer sagt denn auch schon gern Wegwerfwindel?

Aber darum geht es hier nicht! Hier geht es um die Frage, ob man für sein Kind Wegwerfwindeln oder waschbare Stoffwindeln verwendet.

Denkt jetzt bei Stoffwindeln bitte nicht an die großen Stofftücher, die man umständlich falten musste, die Moltoneinlagen oder damenbindenähnlichen Einlagen sowie die unangenehmen – nach gewisser Zeit klebrigen – Überhosen. Nein, die Stoffwindeln von heute sehen ganz anders aus und sind auch leichter seinem Baby anzuziehen. Nichtsdestotrotz ist der Po mindestens doppelt so dick wie mit Wegwerfwindeln und auch die Feuchtigkeit bekommen die Kleinen schneller mit.

Auch für uns stand die Frage damals im Raum. Nur hatte auch ich die tollen Stoffwindeln aus DDR-Zeiten im Kopf. Ich wusste nicht, dass Popolini und andere Hersteller schon ansehnlichere Windeln herausgebracht hatten. Erst durch eine andere Mutter wurde ich darauf aufmerksam und wollte sie auch testen.

Da mir neue mit einem Anschaffungspreis von ca. 140€ (10 Windeln, eine Überhose, eine Tasche, KEINE Einlagen!) doch etwas teuer war schaute ich wieder mal bei ebay und wurde fündig. Gebraucht ist ja nicht gleich schlecht! Und die Windeln sind ja auch bei 90°C waschbar. Im Zweifel eben auch mit Wäschedesinfektionsmittel. Also für ca. 80€ knapp 20 POPOLINI Höschenwindel „UltraFit“ Stoffwindel, natur inkl. 18 Einlagen, je zwei Überhosen in S und M sowie einer angefangenen Rolle PoPoLiNi Einweg-Windelvlies Vliesrolle gekauft. Der Preis war vergleichsweise sehr günstig!

Nach 3 Monaten Nutzung meine Erfahrung:

Die Windeln waren gut waschbar und durch den vorhandenen Waschtrockner immer in einem Aufwasch auch gleich getrocknet. Das Windelvlies konnte sogar mitgewaschen und mehrfach genutzt werden. Natürlich nur insofern da nichts größeres drauf gelandet war. Ihr wisst sicher was ich meine 😉 Sogar einige der Überhosen konnten mit bei 60°C gewaschen werden. Durch die Wäschedesinfektion musste ich mir auch nie Gedanken wegen Krankheiten machen. Nur den Geruch mussten wir eben ertragen.

Aber! Ich war es irgendwann einfach leid die Dinger zu waschen, zu sortieren, zusammen zu legen und kaputte auszusortieren. Das ist stets kostbare Zeit, die man anderweitig nutzen könnte. Zudem hinderten sie meinen Kleinen daran sich mehr zu bewegen und verdammten ihn durch den Umfang zum Stillstand. Auch bei Ausflügen waren sie schlecht. Eine Wegwerfwindel schmeißt man eben einfach weg. Aber eine Stoffwindel muss man gut einpacken und gut gefüllt wieder mit nach Hause nehmen. Auch beim Urlaub ist das eher nicht zu händeln. Es sei denn man hat eine Ferienwohnung mit Waschmaschine.

Rechnet man also Anschaffungskosten mit Wasserverbrauch, Arbeitszeit und erforderliche Waschmittel sowie dem Nachkauf vom Windelvlies zusammen kommt man am Ende fast auf den selben Preis wie wenn man Wegwerfwindeln bei DM oder Rossmann kauft, wenn diese im Angebot sind und das Kind bereits nach ca. 15 Monaten trocken ist. Und ob man mit Stoffwindeln der Umwelt gutes tut bin ich mir auch nicht ganz so sicher. Immerhin braucht man ja Desinfektionsmittel und das geht immer schön in den Abfluss (bei 20 Windeln und einem Baby gut alle zwei Tage, wenn nicht sogar täglich).

Jeder trifft da seine eigene Entscheidung. Aber für mich war es am Ende nichts und wir verkauften die Windeln wieder bei ebay.