Wenn man selbst krank ist, lässt sich vieles um einiges schwerer organisieren. Mir selbst fehlt einfach zu oft die Kraft dazu. Vor kurzem war ich selbst krank. Und zak, kam die Überraschung überhaupt.

An meinem 5. Kranktag – einem Montag – jammerte das Kind morgens über Halsschmerzen. Also meldete ich ihn für den Tag von der Schule ab. Was an sich einfach nur aus Vorsicht geschah. Denn er war ansonsten fit, konnte normal schlucken und war an sich auch quickfidel.

Am Nachmittag ging es plötzlich in unserer Eltern-WhatsApp-Gruppe rund. Ja, seit März haben wir eine solche. Manchmal – gerade bei Hausaufgaben – ist diese sehr praktisch.

Erste Meldungen über Quarantäne

Scheinbar kamen an diesem Montag mehrere Kinder mit einem Zettel nach Hause und wurden sozusagen in Quarantäne geschickt. Die Hintergründe blieben noch vollkommen im Dunkeln. Durch die Gruppe kam schnell heraus, dass es nicht die gesamte Klasse betraf. Sondern “nur” 11 Kinder.

Ich dachte mir noch nicht viel dabei. Wären wir betroffen, hätten wir doch sicher eine Information bekommen. Bei den vorbeigebrachten Hausaufgaben war auch nichts dabei. Also kein Info-Schreiben oder dergleichen.

Noch einen Tag daheim

Zwar sprang mir das Kind am Montag praktisch auf der Nase rum und ließ mich nicht zur Ruhe kommen, aber da er mindestens einen vielleicht auch zwei Tage wirklich fit und Beschwerdefrei sein sollte, ließ ich ihn auch noch am Dienstag daheim. In der Schule konnte er recht problemlos telefonisch abgemeldet werden und auf Rückfrage würde es genügen, einen Zettel mit einer Entschuldigung für die Abwesenheit mit zu geben.

Da er hier aber direkt nach meinem Anruf fit wie ein Turnschuh herum sprang und nur Murx machte als ich mit leichtem Fieber auf dem Sofa schlafen wollte, zog ich schnell die Reißleine. Der sollte am Mittwoch wieder zur Schule gehen. So viel stand fest.

Das einzige worüber ich mich an dem Tag wunderte: Wir bekamen auch eine Mail mit Unterrichtsstoff. Aber hey, vielleicht wusste die Lehrerin nicht, wer alles eine Mail bekommen musste. Also welches Kind in Quarantäne ist.

Überraschung!

Am Mittwoch, ich fühlte mich endlich ein kleinwenig fitter, brachte ich den Zwerg zur Schule. Anschließend wollte ich ganz schnell zu Rossmann und Rewe. Lebensmittel und ein paar Kleinigkeiten zum Nikolaus besorgen. Unterwegs traf ich noch eine Mutter aus unserer Klasse. Von ihr erfuhr ich auch endlich weshalb 11 von 25 Kindern in Quarantäne waren.

Scheinbar wurde eine Erzieherin positiv getestet. Es war jene, die zu einer bestimmten Zeit an der An- und Abmeldung saß und mit der die Kids mutmaßlich Kontakt hatten. Wir verabschiedeten uns und ich stand schon vor dem Rossmann als der Anruf kam.

“Frau R., Sie haben heute den R. gebracht. Aber der steht doch auf der Quarantäneliste! Sie müssen ihn sofort wieder abholen!”

Aha, ich hatte Montag und Dienstag mit der selben Person gesprochen. Da war mein Sohn wohl noch nicht auf dieser Liste. Also zurück zur Schule, Kind geholt und kurz mit der Lehrerin gesprochen. Sie war erschrocken, dass man uns auf keinerlei Art und Weise informiert hatte. Sie hatte die Chance aber ergriffen und den Ranzen noch so voll wie möglich gepackt.

Den Rest des Tages verbrachten wir mit den Aufgaben des Tages und ich selbst damit endlich auch etwas schriftliches zur Quarantäne in der Hand zu halten. Denn – Überraschung – bis dato hatte ich nichts weiter als mündliche Aussagen.

Die zuständige Hortmitarbeiterin rief an dem Tag glücklicherweise noch an, entschuldigte sich gut 6 Mal und ich konnte das Schreiben noch abholen. Die Entschuldigungen halfen nun ebenso wenig, wie dass ich sie deswegen anschreien könnte. Die Mitarbeiterin ist derzeit eben auch vollkommen überlastet.

Die Folge:

Ha! Leute! Ich war doch schon 7 Tage daheim. Drei Mal dürft ihr raten. Genau! Ich wurde dann am Donnerstag auch getestet. Extrem widerlich. Immerhin hatte ich auch einige der Symptome.

Was mich an dem ganzen stört: Zeitabfolge

23.-27.11. – positiv getestete Mitarbeiterin bereits in Quarantäne und Erkrankung bekannt.

30.11. –  betreffende Hortkinder werden am NACHMITTAG über Quarantäne informiert nachdem sie den gesamten Vormittag in ihrer Klasse mit den anderen Kindern zusammen saßen

02.12. – Anruf, dass mein Kind ebenfalls zu den Quarantäne-Kindern gehört

03.12. – Schreiben des Gesundheitsamtes/Ordnungsamtes traf ein, zeitgleich letzter Tag der Quarantäne und mein Abstrich

Die ganze Quarantäne war am Ende kompletter Nonsens. Bitte entschuldigt wenn ich das so schreibe. Die Erkrankung war längst bekannt, die Kinder hätten schon eine Woche zuvor – am MORGEN – in Quarantäne gesteckt werden müssen.

Mein Fazit

Hier lief einfach alles falsch!

Und wisst ihr, woran es liegt? Schule und Hort agieren getrennt. Zudem sind die Horterzieher aktuell drastisch unterbesetzt. Mehr als die Hälfte sind derzeit krank.

Was zum zum nächsten Nonsens im ganzen Konstrukt führt. Aufgrund der aktuellen Lage müssten die Kinder im Klassenverband betreut werden. Kein Lehrer wechselt die Klasse. Kinder bleiben immer nur mit ihrer Klasse zusammen. Kein Durchmischen.

Nur ist das aufgrund der zu wenigen, anwesenden Mitarbeitern gar nicht möglich. 8 Erzieher sind noch da. 15 Klassen sind es. Zudem sind auch Verwaltungsaufgaben abzudecken.

Aber hey! Lasst uns die Kinder einfach weiter vollkommen normal zur Schule schicken. So eine Quarantäne lässt sich ja spontan verordnen. Oder auch nicht, wie ihr seht.


Übrigens: Mein Test war negativ! Glück gehabt.

About the Author

Teilzeit-Alleinerziehend, Teilzeit-arbeitend, manchmal überfordert, Mama eines zuckersüßen Buben, Soldatenfrau, ein wenig verrückt und mit ganz viel Herz ausgestattet.

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