Gibt es dafür überhaupt einen passenden Zeitpunkt? Ich würde mal sagen, ja. Gibt es. Aber lasst mich mal kurz über unsere bisherigen Campingerfahrungen mit Kind berichten.

Unser erster Campingurlaub mit einem 3-jährigen Kind

Ich weiß nicht mehr wie mein Kind darauf kam, aber irgendwann wünschte er sich mal zelten zu fahren. Zu dem Zeitpunkt war er drei. Und er konnte seine Wünsche gut ausdrücken.

Also suchte ich nach einem Campingplatz für uns drei. Ich bin ein typisches Ossikind, aber selbst war ich noch nie an der Ostsee. Daher suchte ich vorrangig dort. Doch als 2015 eine Schlechtwetterfront die nächste jagte, stornierte ich unsere Platzreservierung an der Ostsee kurzerhand und suchte etwas in Bayern nahe einem See. So kamen wir das erste Mal an den kleinen Brombachsee nach Gunzenhausen.

Leipziger Mama - Campen mit KindDamals brauchte unser Kind zum Schlafen noch Windeln (nicht weiter dramatisch, waren nur zur Sicherheit dran), unser Zelt lag schon ewig bereit. Es war eine kostspielige Neuanschaffung noch vor der Geburt unseres Kindes und versauerte seither ungenutzt im Schrank.

Also machten wir uns im Sommer 2015 auf an den kleinen Brombachsee. Gut 6 Nächte verbrachten wir dort und wir lernten in der kurzen Zeit diesen Campingplatz lieben. Der Zeltplatz ist nahe der Einfahrt vom Areal, direkt neben den Sanitäranlagen und den Mülltonnen. Vom Zelt zum Wasser sind es nur 50m. Ein Traum. Ein kleiner Spielplatz ist auch direkt an der Zeltwiese zu finden. Sitzbänke mit Grillmöglichkeiten ebenfalls.

An den Tagen erkundeten wir die Umgebung, fuhren nach Gunzenhausen, gingen ins Fossilienmuseum, waren viel baden und mieteten auch Fahrräder für eine Fahrt um den kleinen Brombachsee mit Geocaching der Enten-Reihe. Es war wirklich schön und unser Kind hatte eine tolle Erfahrung.

Unser Campingurlaub mit einem 5-jährigen Kind

Leipziger Mama - Campen mit KindIhr glaubt es kaum, aber es ging zum selben Campingplatz 😀

Doch dieses Mal war so vieles anders. 2015 war durchgängig gutes Wetter. 2017 kamen wir an einem Tag mit Gewitter in Gunzenhausen an. Sobald die Luft rein war, eroberten wir unseren Stellplatz, schnappten uns wieder den Stromport wo noch gut 20.000 mAh drauf sind (wir mussten schon 2015 nicht für unseren Strom bezahlen 🙂 ) und nutzten noch das gute Wetter des Nachmittags für eine Runde Schwimmen im See. Erst danach erfuhren wir, dass scheinbar eine Blaualgen-Warnung vorlag. Ups. Aber dem Kind geht es gut. Obwohl er vielleicht ein oder zwei Schlucke Seewasser zu sich nahm. Pünktlich nach dem Abendessen gab es einen kleinen Schauer, dafür blieben wir dann aber den Rest des Abends bzw die Nacht davon verschont. Kurzum. Es war wechselhaft.

Zudem blieben wir nur zwei Nächte. Mehr war diesen Sommer-Kurz-Urlaub leider nicht drin. Denn der Papa sollte uns kurz danach verlassen.

Leipziger Mama - Campen mit KindDieses Mal war es auch mit dem Kind ganz anders. Er konnte allein zur nahen Toilette stürmen – außer Nachts, da war immer einer von uns an seiner Seite. Er half tatkräftig beim Essen machen und Abwaschen mit.

Bisher hatten mein Mann und ich eine unausgesprochene Regel. Er kocht. Ich wasche ab. Denn ich habe wirklich Respekt vor seinem kleinen Kocher und mache dann wirklich lieber wozu mich sonst keine 10 Pferde kriegen würden – Abwaschen eben.

Bisher haben wir auch noch keinen anständigen Campingtisch. Ist also die Sitzecke belegt oder uns einfach zu sonnig, gibt es das Essen auf der Decke serviert. Fürs Kind gar nicht so leicht, aber machbar 😀

Auch wenn dieser Campingurlaub sehr kurz war, fand unser Kind ihn wieder klasse und wir werden definitiv wieder nach Langlau an den kleinen Brombachsee fahren.

Tipps für Camping mit Kind

1. Wann man das erste Mal mit seinem Kind campen fährt hängt definitiv vom Kind selbst ab.

Macht es noch die Nacht zum Tag, ist es definitiv zu früh. Oder wie würdet ihr es finden, wenn es auf dem Campingplatz endlich ruhig wird, ihr endlich die Augen schließen könnt und plötzlich schreit im Nachbarzelt ein Baby, weil es das Zelten doof findet, es Hunger hat oder einfach zu den Kindern gehört, die Nachts nicht schlafen wollen? Genau, auch ihr könnt so etwas nicht leiden. Also wägt genau ab, ob euer Kind für dieses Abenteuer schon bereit ist. Wir hätten wohl auch schon 1-2 Jahre eher dieses Wagnis eingehen können.

2. Packt mit Bedacht! 

Irgendwie haben wir immer zu viele Sachen dabei, vermissen aber so einfache Sachen wie einen Spüllappen. Also lernt aus den Fehlern anderer, macht euch eine Packliste und denkt genau darüber nach was ihr braucht und was nicht. Ihr werdet so oder so nach kurzer Zeit auf dem Campingplatz nach Schweiß stinken oder ihr seid fast nur in Badesachen unterwegs. Da braucht man keinen gut gefüllten Koffer mit Wechselsachen. Besteck, Tassen und ein Spüllappen können tatsächlich wesentlich wichtiger sein.

3. Denkt an Spielzeug und eine Decke.

Ja, ich weiß, hat man eh meist dabei. Doch sollte es eine gute Auswahl sein. Wie ein Ball, Malbuch und bei Jungs auch gern etwas kleines von Lego. Unser Kleiner beschäftigt sich dann wirklich gut selbst und jetzt mit 5 Jahren kann man sich so manches Mal bekringeln, welche Geschichten er sich ausdenkt. Es bringt euch Ruhe ein und das Kind hat etwas dabei was es gern macht.

4. Taschenlampe und Zitronella-Kerze!

Das ist etwas an das man eigentlich auch so beim Camping denken sollte. Doch gerade mit Kind solltet ihr das keinesfalls vergessen. Das eine ist wirklich wichtig, um die Gute-Nacht-Geschichte am Abend aus dem Lieblingsbuch vorzulesen und auch bei tiefster Nacht die Toilette zu finden. Das andere hilft euch dabei euch die blöden Mücken vom Leib zu halten. Sucht euch selber aus, was was bewirkt 😉

5. Vergesst feste Zeiten.

Die sind beim Camping wirklich hinfällig. Frühstück kann es schon bei Sonnenaufgang geben. Denn sobald der erste Zeltnachbar aufsteht, erwacht das gesamte Lager nach und nach. Da kommt es schon Mal so gegen 7 Uhr zur allgemeinen Frühstückszeit. Mittagessen um Punkt 12 Uhr? Das kann auch mal von 11-14 Uhr sein. Einige reisen ab und müssen bis 12 Uhr den Platz geräumt haben. Andere ruhen sich noch nach dem Frühstück ausgiebig aus und setzen auf ein spätes Mittagessen. Das selbe Spiel dann beim Abendessen. Doch bis 22 Uhr sollte auch das durch sein. Dann ist allgemein Ruhe auf dem gesamten Platz einzuhalten.

Wir selbst sind mittlerweile relaxt und gehen nach dem eigenen Hunger. Es passt fast zu unserer normalen Routine, aber wir halten uns nicht daran fest.

6. Auch ihr werdet zu den nervigen, schreienden Eltern gehören.

Kennt ihr sie noch aus eurer Jugend oder vom letzten, eigenen, kindfreien Zelten? Diese Mütter und Väter, die laut, quer durch das ganze Lager und mit einem guten Elan den Namen ihres Kindes brüllen. Ich verrate euch was: Es wird euch genauso gehen. Denn auf dem Zeltplatz erfahren Kinder eine Freiheit wie sonst nirgends. Und das führt auch mal dazu, dass euer Kind vom See zum Zelt zurückrennt, um ein Spielzeug zu holen. Oder es beim Zelt etwas holen soll, weil ihr zu faul zum Aufstehen seid und das Kind dann immer wieder das falsche in der Hand hält.

Ich selbst hätte es auch nicht gedacht, aber es gab schon Situationen bei denen die anderen Camper den vollen Namen unseres Sohnes erfahren durften. Eben nur, weil er ausschließlich dann hört.

7. Ruhe bewahren und genießen.

Lasst euch nicht stressen und genießt den Urlaub mit Zelt und Kind. Denn es ist eine Erfahrung, die ich jedem nahe legen kann. Ich selbst hatte sowas nicht als Kind und ich weiß nun, dass mir etwas fehlte. Man hat kein festes Dach über den Kopf, aber es gibt nichts vergleichbareres, wenn man jeden Regentropfen auf dem Zeltdach hören kann. Es gibt kein Frühstücksbuffet, aber das hat man im Ferienhaus auch nicht und beim Zelt muss man erst recht zusehen Lebensmittel zu nutzen, die bei möglicher Hitze nicht sofort verderben. Man verzichtet wirklich auf Vieles beim Zelten, aber das urige, einfache Leben bringt nach unserer Erfahrung einfach auch eine Menge Entspannung mit sich. Im Großen und Ganzen ist man dabei ja auch von so vielen Dingen abgeschnitten. Wie zum Beispiel Strom. Da muss man schnell sein, um im Stromkasten noch einen Anschluss zu bekommen. Aber im Endeffekt braucht man den eh nicht.


Ihr selbst habt noch Tipps für einen entspannten Zelturlaub? Dann schreibt ihn doch als Kommentar zu diesem Beitrag. Es würde mich freuen und anderen helfen 😉