Wir wurden auf diese harzer Sehenswürdigkeit nur aufmerksam, weil dort in der Nähe eine Stempelstelle ist. Mein Mann blätterte durch unser „Steiger“-Heft und meinte plötzlich:

“300m unter Tage? Das müssen wir uns ansehen!“

Ich bin zwar nicht klaustrophobisch, aber mir war schon etwas mulmig zumute. Was sollte mich da denn erwarten? Davon berichte ich euch nun.

ErlebnisZentrum Bergbau Röhrigschacht Wettelrode

Schon von weitem erkannten wir das Zentrum. Das war dank des hohen Turms auch gar nicht schwer. Und unser Sohn war sofort hibbelig und kaum zu bremsen. Dabei kamen wir um vor Hunger und wollten erst mal das kleine Lokal direkt neben der Kasse des ErlebnisZentrums in Beschlag nehmen.
Übrigens eine klare Empfehlung von uns! Eine kurze Karte, typische Ostgerichte und alles sehr lecker.
Es gibt feste Zeiten für die Seilfahrten hinab in eine Tiefe von gut 300 Metern. Also nutzten wir die Zeit und tigerten durch das Museum im Gebäude und erkundeten die ausgestellten Fahrzeuge und Hallen im Hof. Erst später erkannten wir, dass wir noch gar nicht alles gesehen hatten. Nun haben wir einen Grund dort erneut hinzufahren.
Bevor es hinuntergeht gibt jeder Besucher eine Marke ab. So behalten die Mitarbeiter den Überblick und vergessen keinen da unten. Und natürlich mussten wir uns auch noch umziehen.

Man möchte ja nicht seine Sachen durch mögliche Ablagerungen im Untergrund versauen. Daher gibt es eine solche Jacke. Männer blau, Frauen grün und Kinder einfach in passendes.
Dazu noch diese formschönen Helme sowie eine Lampe deren Batterie so groß ist, dass man sich das Ding wie eine Handtasche über die Schulter legen muss.
Aber mit diesen hatten wir gleich noch Spaß im Untergrund. Denn immer wenn es dunkel wurde, konnten wir dank der Lampen Schattentiere an die Wand werfen und unser Sohn lachte viel.

In einer schmalen Gondel, dicht aneinander gedrängt, ging es weit hinab. Dort erwartete uns die Grubenbahn, die uns etwa 1km durch den Untergrund fuhr und bei unserem Führer nahe Sangerhausen (aber 300 Meter unter der Erde) ablieferte.
Übrigens sollte man seine Hände bei sich gehalten und den Kopf unten behalten. Immerhin sitzt man hinten ziemlich frei in den Anhängern drin.

Natürlich wird man unten nicht einfach nur von A nach B gelotst und sieht sich dabei schnöde Felswände an. Wir erfuhren viel über die Geschichte dieses Schachts. Warum es so viele Tunnel gibt und wie der Abbau über die Jahrhunderte erfolgte.
Mit erschrecken musste ich erfahren wie jung viele Arbeiter waren als sie im Schacht anfingen und wie sie sich in der Hierarchie hinaufarbeiteten. Auch das mit den kleinen Vögelchen wurde schnell als etwas entlarvt, was im Röhrichtschacht definitiv keine Anwendung fand. Denn wenn der Vogel von seiner Stange kippte, war es auch für die Arbeiter schon zu spät.
Wenn ihr also erfahren möchtet, wie die Arbeiter vor einer Gefahr gewarnt wurden, müsste ihr schon mit der Gondel hinab in 300 Meter tiefe fahren und an dieser informativen Führung teilnehmen.
Übrigens musste auch ich ein Loch bohren. Also nur zuhören, ist da nicht!

Ist das ErlebnisZentrum Bergbau Röhrigschacht Wettelrode kindgerecht?

Also Babys haben da unten nichts zu suchen. Mit Kindern ab 4 oder 5 ist dagegen ein Besuch da unten möglich. Doch auch hier ist Vorsicht geboten. Denn es kann erschreckend sein. Allein wegen der Dunkelheit, aber auch wegen der Enge. Sollte ein Kind also schon bei der Abfahrt Anzeichen zeigen, dass diese Tour einfach nichts für es ist, sollte man dann doch liebe die Möglichkeit wahrnehmen und direkt wieder nach oben fahren.
Die Tour selbst kann für Kinder etwas trocken sein. Aber die Fahrt mit der Grubenbahn, Späße mit den Lampen und indem man sich auf Augenhöhe mit seinen Kindern begibt, um ihnen das vom Führer gesagte zu übersetzen, helfen dabei den Spaß nicht zu verlieren.
Unser Sohn war geflasht von dem Besuch in der Tiefe und hatte seinen Freunden eine Menge zu berichten.

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Teilzeit-Alleinerziehend, Teilzeit-arbeitend, manchmal überfordert, Mama eines zuckersüßen Buben, Soldatenfrau, ein wenig verrückt und mit ganz viel Herz ausgestattet.

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