Wir konnten gerade so noch Urlaub machen. Einen wirklich dringend benötigten Urlaub. Tief durchatmen, Kraft tanken und den ganzen 2020-Wahnsinn mal mit ein wenig Distanz betrachten. Es war mein Urlaub vom Urlaub im August.

Dahin hat es uns verschlagen

An die Ostsee. Genau dorthin, wo ich bereits im vergangenen Jahr mit dem Zwerg war. Selber Ort, selbes Hotel, selbes Ziel. Eigentlich wollten sich Großeltern und Onkel noch anschließen. Doch aufgrund der Lage Mitte Oktober sprangen sie kurzfristig ab.

Also wurde es ein Urlaub zu dritt. Was in der aktuellen Situation umso besser war. Es nahm uns am Ende zusätzlichen Stress und sorgte auch dafür, dass mein Mann nicht ständig von a nach b hetzen wollte.

Wenn auch nicht gerade billig, waren wir mal wieder in dem tollen Familienhotel in Binz. Direkt um die Ecke von der Strandpromenade und mit Kids Club sowie wunderschönen Familien-Suiten.

Meine Lieblinge des Monats - Oktober 2020

Hatten wir Bedenken?

Natürlich!

Man kommt sich in der aktuellen Lage egoistisch vor, wenn man in den Urlaub fährt. Andere riegeln praktisch alles ab und verkriechen sich. Stellen das soziale Leben komplett still.

Aber da ich schon depressiv bin, weiß ich einfach, dass ich es dann erst recht nicht packen würde. Ich musste einfach raus. Und nicht nur ich. Das galt für uns alle. Es fühlte sich befreiend an. Auch wenn wir immer Hinterkopf hatten, wie sehr uns andere wohl verurteilen.

Während des Urlaubs mussten wir auch mit Schrecken die steigenden Zahlen sowie Entscheidungen der Regierung beobachten. Das verursachte Bauchschmerzen. Dennoch stellten wir fest, dass ein Urlaub trotz alle dem möglich ist. Man muss sich eben der Risiken und Anforderungen bewusst sein.

Urlaub zu Pandemie-Zeiten (vor dem soften Lockdown)

Pandemie und Hygienekonzepte

Es ist tatsächlich so, dass man sehr gut Urlaub zu Pandemiezeiten machen kann. Dabei ist jedoch wichtig, sich an Hygieneregeln zu halten. Masken tragen, Aktivitäten an der frischen Luft und keine Menschenmassen.

Egal wo wir in dieser einen Woche waren, es hielten sich alle daran. Im Hotel blieb die Maske drauf während wir durch die Flure gingen und auch am Buffet. Nur in der Suite und während des Essens war die Maske ab. Auch am Strand machte man einen Bogen umeinander.

Bei Ausflugszielen war es mitunter schwerer. Oft waren diese Indoor. Doch hier wurde durch die Betreiber kreativ reagiert. Bei einem erhielten wir Golfbälle. Waren die Golfbälle alle, durfte keiner mehr rein. Bei einem anderen mussten die Masken auf dem gesamten Gelände getragen werden. Auch bei den Außenflächen. Und Desinfektionsmittel sowie passend ausgestattete Toiletten (Seife und Papierhandtücher) waren auch immer vertreten. Selbst bei den Lokalen in dieser Touristenhochburg wurde penibel auf die Einhaltung der Konzepte geachtet. Auch wenn die Adressdaten nicht immer Datenschutzkonform gesammelt wurden.

Durch die ständig präsenten Hygienekonzepte fühlten wir uns sicherer und konnten unsere Auszeit auch besser genießen.

Urlaub zu Pandemie-Zeiten (vor dem soften Lockdown)

Klar, es kann einem jederzeit passieren sich mit Covid-19 zu infizieren.

Wir selbst haben einfach für uns beschlossen, uns davon nicht ausbremsen zu lassen. Wir leben unser Leben mit Einschränkungen und Verzicht, aber alles in Maßen. Ein Urlaub mag ein Luxusgut sein. Doch wir gehören nicht zu jenen, die die letzten Monate auch nur ein einziges Mal in Kurzarbeit waren. Also zu Hause saßen, sich zwar Sorgen um die finanziellen Einbußen machten, aber eben auch eine Form von Freizeit hatten. Wir arbeiten stets weiter. Mit Doppel- und Dreifachbelastung.

Daher nehmt es uns nicht krumm, dass wir uns trotz der aktuellen Lage einfach eine Auszeit gönnten. Die Kraft die wir dadurch tankten ist einfach in den nächsten Wochen wieder erforderlich. Denn Corona wird uns sicher noch einige Monate begleiten.

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Teilzeit-Alleinerziehend, Teilzeit-arbeitend, manchmal überfordert, Mama eines zuckersüßen Buben, Soldatenfrau, ein wenig verrückt und mit ganz viel Herz ausgestattet.

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