Verdammt und Zugenäht!
Ich verstehe, warum die Horterzieher nur am Dienstag einen Pokemon-Karten-Tauschtag zu lassen. Bringen Kinder an anderen Tagen die Karten mit, werden diese einkassiert. Zu recht, wie ich finde.
Denn diese blöden Karten führen irgendwann noch zu einem Nervenzusammenbruch!

So kam der Wahnsinn in unser Haus

Wie könnte es anders sein? Die Kinder in der Schule zeigten es meinem Sohn. Und natürlich war der Coole – der der in der Klasse den Ton angibt – derjenige, der den Wahnsinn lostrat.
Plötzlich brauchten alle Pokemon-Karten, wenn sie mit ihm spielen wollten.
Dabei hatte ich so sehr gehofft, dass das an uns vorüber geht. Reicht es denn nicht, dass er schon Figuren, Pokebälle und Kuscheltiere davon hat? Ach ja, und natürlich das Nintendo Spiel für die Switch.
Nein. Es müssen auch die Karten sein.

Das erste Mal Pokemon-Karten in der Schule

Nein, ich habe ihm nicht direkt welche gekauft, nur weil er es wollte. Er hatte tatsächlich irgendwie schon 3 Karten daheim. Mal war eine bei McDonalds im Happy Meal oder auch mal als Beilage in einem seiner Magazine.
Als er nun das erste Mal diese Karten mit in die Schule nahm, kam er nicht mit exakt diesen drei zurück. Sondern mit 4 ganz anderen. Ja, er hat aus 3 Karten 4 gemacht. Das ließ mich hoffen.

Und nun kommen wir zu dem Wahnsinn

Es ist diese Sucht nach immer mehr und immer stärkeren Pokemon-Karten. Eines mit 50 Punkten? Das ist doch schlecht! Den richtigen Sinn dahinter hatten weder mein Sohn noch ich wirklich verstanden.
So kam es also, dass meine Eltern ihm bei einem Besuch letzten Dezember eine solche Packung mit Pokemon-Karten für 12€ kauften. Damit hatte er direkt 28 Karten mit Pokemon, Energie und Zusatzkarten. Eben wunderbar bunt gemixt.
Ganze 24 Stunden konnte er sie sein Eigen nennen. Denn dann war auch schon Pokemon-Karten-Tauschtag in der Schule. Und so lieb und nett wie mein Sohn eben ist, bekam der „Coole“ (den ich ja sowas von gefressen habe) ein paar Karten. Er hatte seine nicht mit und wollte ja mitspielen und mittauschen. Mein Sohn kam mit 18 Karten wieder heim.
Ja, hier waren ganze 10 Karten weg, die er einfach so verschenkt hat.
Und nicht nur das! Eines der Mädchen seiner Klasse ist so gar nicht auf den Kopf gefallen. Sie tauscht nur gegen gute Karten. Will also selbst welche mit hohen Werten und gibt dafür allenfalls eine Karte mit dem Wert 50 raus.
Vielleicht versteht ihr es ja. Aber ich bin ausgerastet. Wie konnte er die Karten, die ihm Oma und Opa gerade erst gekauft haben einfach so weiter verschenken? So achtlos? Ich war baff und wütend und einfach enttäuscht.
Aber mein Sohn konnte nur bedingt etwas dafür. Denn den Wert begreift er eben einfach nicht.

So haben wir das Problem vorerst gelöst

Zu Nikolaus und auch zu Weihnachten wurde sein Pokemon-Karten-Stapel ordentlich aufgestockt. So hat er nun etwa 100 Karten. Klingt viel, ist es aber seltsamerweise gar nicht.
Er darf zu den Tauschtagen nur noch 10 Karten mitnehmen. Ich möchte hinterher nicht wissen wie viele er davon noch hat und gegen was er getauscht hat. Wenn er es erzählen will, bremse ich ihn gern aus. Doch die 10 Karten, die er mitnehmen will, die schauen wir uns nun immer gemeinsam an. So kann ich ihm erklären, warum es besser wäre genau diese oder jene Karte doch lieber zu behalten.
Zudem haben wir uns nun endlich mit den Spielregeln vertraut gemacht. Das klappte dank des Online-Spiels ganz gut. Und wir spielen nun auch regelmäßig daheim mit den Karten. So begreift mein Sohn, endlich warum auch die Karten mit den 50er Werten sowie die Energiekarten so wichtig sind. Hier tauscht er tatsächlich nur noch, wenn er die Karten doppelt und dreifach hat.
Zudem kaufen wir ihm keine Karten mehr. Dafür bekommt er nun seit Anfang des Jahres jede Woche 2€ Taschengeld und rechnen es für ihn in Pokemon-Karten um. Und er spart auch fleißig. Mittlerweile hatte er auch schon ein Mal so viel zusammen, dass er sich ein weiteres Karten-Deck kaufen konnte. Ich erhoffe mir davon, dass er das was er da hat mehr zu schätzen weiß.

Müsst auch ihr den Pokemon-Karten-Wahnsinn durchleiden?

Wie sieht es bei euch aus? Müsst auch ihr das durchleiden? Oder haltet ihr euch da komplett raus?

About the Author

Teilzeit-Alleinerziehend, Teilzeit-arbeitend, manchmal überfordert, Mama eines zuckersüßen Buben, Soldatenfrau, ein wenig verrückt und mit ganz viel Herz ausgestattet.

View Articles