Heute ist Muttertag und da stellt man sich auch irgendwie die Frage: Was ist die Liebe wert?

Es ist nicht so, dass ich unzufrieden mit dem bin, was ich heute erhalten habe. Nur gab es in letzter Zeit so viele Kampagnen für und gegen den Muttertag. Da macht man sich doch schon irgendwie Gedanken, oder?

Ich gehöre auch nicht zu denen, die sich andere nicht erfüllbare Wünsche statt Geschenkwünschen äußern. Denn so oft man es sich wünscht, die Regierung scheint nicht darauf zu reagieren, dass wir Mütter uns eine bessere Behandlung bei Steuern, Job oder sonstigem wünschen.

Ich wollte schon länger über dieses Thema schreiben

Spätestens seit ich via Facebook auf einen (wahrscheinlich gefakten) Beitrag stieß. Folgendes könnt ihr auch noch mal bei debeste.de nachlesen:

„Die Rechnung der Tochter und die Gegenrechnung der Mutter

Eines Abends, als die Mutter gerade das Abendessen kochte, kam ihre elfjährige Tochter in die Küche, mit einem Zettel in der Hand. Sie überreichte ihrer Mutter den mit einem seltsamen, amtlich anmutenden Gesichtsausdruck, die sich daraufhin die Hände an ihrer Schürze abwischte, den Zettel entgegennahm und zu lesen begann:

„Liebe Mama:

Für das Jäten des Blumenbeetes: 2 Euro
Für das Aufräumen meines Zimmers: 8 Euro
Weil ich Milch holen gegangen bin: 1 Euro
Weil ich drei Nachmittage auf meinen kleinen Bruder aufgepasst habe: 12 Euro
Weil ich zwei Einser in der Schule geschrieben habe: 8 Euro
Weil ich jeden Tag den Müll rausbringe: 3 Euro
Insgesamt: 34 Euro
Ich bitte um baldige Auszahlung!“

Die Mutter blickte ihre Tochter sanft an. Es kamen ihr unzählige Erinnerungen ins Gedächtnis. Dann nahm sie einen Stift, und begann auf einen Zettel zu schreiben:

„Ich habe Dich neun Monate lang unter meinem Herzen getragen: 0 Euro
Für alle durchwachten Nächte, die ich an Deinem Bett verbracht habe: 0 Euro
Für das viele Im-Arm-halten und Trösten: 0 Euro
Für alles, was ich Dir Tag für Tag beigebracht habe: 0 Euro
Für jedes Frühstück, Mittagessen, Abendessen, für alle Schulbrote und alles, was ich Dir zubereitet habe: 0 Euro
Für mein Leben, dessen Zeit ich Dir jeden Tag zur Verfügung stelle: 0 Euro
Insgesamt: 0 Euro
Gerne und mit Liebe und Güte geschenkt!“

Als sie fertig war, gab die Mutter mit einem Lächeln und ohne Worte den Zettel ihrer Tochter in die Hand. Das Kind las es und zwei große Tränen liefen aus ihren Augen.

Dann drückte sie den Zettel an ihr Herz und schrieb im Anschluss auf ihre eigene Rechnung: MEHR ALS BEZAHLT.

Dieser Beitrag regt in vielerlei Hinsicht zum Nachdenken an

Ich glaube nicht, dass der Inhalt wahr ist. Es klingt vielmehr wie eine Kurzgeschichte.

Welche 11-jährige ist schon so einsichtig?

Ich gehe jetzt mal nur von mir aus, aber Schürze?

Jetzt mal von diesen offensichtlichen Punkten abgesehen, klingt es doch schön, oder? Eine Tochter, der auf eine solche Weise die Liebe ihrer Mutter bewusst gemacht wird. Natürlich war das nun nur als ein kleiner Auftakt zu meinen weiteren Worten gedacht. Denn es brachte mich immerhin dazu mal wieder über das Thema nachzudenken.

Doch was ist die Liebe nun Wert?

Gerade heute, wo es Blumen, Pralinen, Geschenkkarten (Hm, klingt bald wie Valentinstag)  und wer weiß was noch regnet, soll doch wieder gezeigt werden wie sehr wir Mütter schätzen.

Aber warum muss es mit Geschenken sein?

Warum nur heute?

Lieben wir unsere Mütter an anderen Tagen nicht ebenso?

Warum brauchen wir einen speziellen Tag, um Mütter, Väter, Kinder oder Liebende zu lobpreisen?

Ist es wirklich wie so viele sagen, nur, weil ich die Blumenindustrie ihre Finger im Spiel hatte?

Immerhin standen gestern so viele im Blumenladen schlange wie die Verkäufer wohl sonst nur in einer Woche als Kunden begrüßen dürfen.

So, und nun nach meinen vielen Fragen:

Was mir die Liebe wert ist

Natürlich habe ich keine Antwort auf diese Frage. Denn jeder definiert Liebe anders und würde wohl auch anders antworten.

Ich brauche nicht einen einzelnen Tag, um meiner Mutter zu sagen, wie lieb ich sie habe und überaus dankbar bin sie zu haben. Das mache ich an 365 Tagen im Jahr.

Ich brauche nicht einen einzelnen Tag, um zu spüren, dass mein Sohn mich liebt. Das zeigt er mir an 365 Tagen im Jahr. Natürlich mal mehr und mal weniger. Und ich will gar nicht wissen wie es in der Pubertät wird.

Ich selbst würde alles für meine Familie geben, denn ich liebe sie abgöttisch. Keine Floskel, eine Tatsache.

Um das zu zeigen, brauche ich keine Blumen, Pralinen oder Karten. Das zeige ich dadurch, dass ich Zeit mit ihnen verbringe. Sie umarme und ihnen sage, was ich empfinde.

Natürlich sind all die tollen Sachen, die heute überreicht wurden, immer ein schönes Zeichen. Aber ich persönlich brauche sie nicht unbedingt.

Ach ja, was mir meine Familie heute schenkte:

Ferero Küsschen, ein kleiner selbstgepflückter Blumenstrauß und gaaaanz viel Zeit für meine Hobbys (nähen und bloggen).

Nun, wo ich das alles noch mal lese, klingt es irgendwie so belanglos. So als wäre ich mit dem was meine Familie mir schenkte unzufrieden. Als würde ich jammern.

Nur ist das nicht der Fall und ich habe mich auch dazu entschieden, diesen Beitrag dennoch zu veröffentlichen.

Was ist denn euch die Liebe wert?