Dieses Jahr ist so vieles anders. Schon Ostern war einfach ungewohnt. Statt die Chance zu nutzen und Zeit mit den Großeltern zu verbringen, saßen wir unter Einhaltung des Sicherheitsabstands mit unseren Nachbarn im Garten unseres Hauses.

Und nun steht Weihnachten vor der Tür.

Eigentlich fühlt man sich schon etwas verarscht. Von softem Lockdown zu einem doch recht harten und nun zu Weihnachten plötzlich wieder lockerer. Ein auf und ab mit den Emotionen. Und die Zahlen sind einfach nur mies.

Wie wir Weihnachten ursprünglich planten

Wir wollten verreisen. Einfach raus aus der Stadt, ab in die Natur. Viel wandern, vielleicht ein Museum und wieder der schöne Weihnachtsmarkt in Goslar, vielleicht auch der in Quedlinburg.

Das war wohl nix.

Wie das Weihnachtsfest nun werden sollte

Nur wir drei. Daheim. Mit den vielen schönen Lichtern, der Deko und vielleicht vielen Stunden mit Nintendo Switch Spielen. Vielleicht ein kleiner Videochat mit der Familie, gemeinsamen Glühwein trinken und mindestens ein Mal “Das letzte Einhorn” sowie ” Drei Haselnüsse für Aschenbrödl”.

Zu den Feiertagen wird erstmals ein ordentlicher Braten selbst gemacht, die Weihnachtsgeschenke entsprechend gewürdigt und eben die Zeit in der trauter Dreisamkeit genossen.

Wie das Weihnachtsfest nach dem aktuellen Stand wird

An Heiligabend haben sich nur zwei Details geändert. Es wird einen Videochat geben. Mit den Brüdern aus Baden-Württemberg und Bayern sowie den Eltern aus der Lausitz. Aber eben alle zur gleichen Zeit damit man gemeinsam Kaffee trinken kann. Mein Mann hat bereits angekündigt, dass ihm das zu viel ist und er das Weite suchen wird. Es wird definitiv anstrengend. Also Augen zu und durch.

Am Abend wird es natürlich dennoch unsere traditionelle Bratwurst geben. Doch hier kommen unsere Nachbarn dazu. Sie sind ebenfalls zu dritt. Wir wollen gemeinsam kochen, eine Feuerzangenbowle machen und die Kids beim bespielen ihrer Geschenke beobachten. Also eigentlich alles paletti.

Dann kommen jedoch die Feiertage. Statt trauter Dreisamkeit musste ich mir nun Gedanken zum Menuplan der zwei Tage machen. Denn die Schwiegermutter hat sich samt Schwiegervater in spe angekündigt. Ich habe meine Bedenken, sie geäußert und einen halben Ehekrieg ausgelöst. Die beiden kommen aus einer Region mit mehr als 600 Fällen in den letzten 7 Tagen. Und tatsächlich bereitet mir das weit mehr Bauchschmerzen als die Nachbarin, die zu Weihnachten auf der Corona-Quarantäne-Station aushilft 🙈 Zudem muss ich mich auch schon seelisch und moralisch auf Kritik an meinem Essen einstellen. Also auch hier: “Augen zu und durch”. Ich werde mich wohl wieder viel mit einem Buch einigeln.

Dank Pandemie ist eben alles anders

Es wird kein übermäßig schönes Weihnachtsfest. Jedenfalls wenn man davon ausgeht wie viel sich im Vergleich zum ursprünglichen Plan geändert hat.

Letztendlich zählt jedoch, was wir in dieser schwierigen Zeit daraus machen. Und da hilft es eben nicht zu jammern, sondern sich an all dem Schönen zu erfreuen.

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Teilzeit-Alleinerziehend, Teilzeit-arbeitend, manchmal überfordert, Mama eines zuckersüßen Buben, Soldatenfrau, ein wenig verrückt und mit ganz viel Herz ausgestattet.

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